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Vom Pfarrer bis zum Polizisten: Alle machen Krav Maga

Von Claudia Imfeld. Aktualisiert am 02.11.2009 8 Kommentare

Krav Maga wurde ursprünglich für das israelische Militär entwickelt. Jetzt stürmen Zürcherinnen und Zürcher die Kampfsportart-Kurse. Sie wollen gewappnet sein, wenn sie im Ausgang angegriffen werden.

Wenn man auf der Strasse angegriffen wird, muss man gegebenenfalls brutal werden.

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Die Selbstverteidigungsart Krav Maga wird immer beliebter. Marco Schnyder merkt die steigende Nachfrage in seinen Schulen in Zürich und Wetzikon sehr. Er bietet dieses Jahr mehr Wochenendkurse an als 2008 und will das Angebot nächstes Jahr noch weiter ausbauen. Auch die sechs Trainings unter der Woche seien sehr gut besucht. «Im Vergleich zum Vorjahr bilde ich rund 50 Prozent mehr Leute aus», sagt er.

Zwei bis drei Anmeldungen pro Woche

Auch in Höngg, beim Asia Budo Center, stossen die Krav-Maga-Kurse auf Interesse. «Jede Woche melden sich zwei bis drei Personen», sagt Vlaznim Halimi, der die Einsteigerkurse zweimal die Woche leitet. Halimi hat auch schon Kurse im Auftrag der Jugendarbeit Regensdorf gegeben und ist im Ausland als Instruktor unterwegs.

Das Spektrum der Teilnehmer ist breit: Bei Schnyder trainieren etwa ein Pfarrer, ein Bestatter aber auch Marketing-Leute und Polizisten. Viele begründen ihr Interesse damit, dass sie gerüstet sein wollen, für den Fall, dass sie in einen Konflikt geraten. Einige haben bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Bei Halimi etwa trainiert ein Mann, der von Jugendlichen angegriffen wurde.

«Missbrauch lässt sich nicht vermeiden»

Bei Jugendlichen ist das Interesse an Krav Maga sehr gross. Doch häufig haben sie falsche Vorstellungen, sagt Halimi: «Sie haben das Gefühl, es gehe um Strassenkampf.» Krav Maga sei aber eine Selbstverteidigungsart. Man lernt Befreiungsschläge, sich gegen Messerattacken zu wehren und sich auch noch am Boden liegend zu befreien.

Bei Halimi wie bei Schnyder gibt es deshalb klare Regeln: Wer Krav Maga lernen will, muss volljährig sein. Schnyder: «Wir wollen nur Leute, die für ihre Taten auch voll zur Verantwortung gezogen werden können.» Man versuche zwar, Missbrauch zu verhindern, doch ganz ausschliessen lasse sich dieser aber nie. Halimi hat bei zwei 17-Jährigen eine Ausnahme gemacht: «Aber nur mit Unterschrift der Eltern.»

Strafregisterauszug vorweisen

Doch Schläger, die sich durch das ursprünglich für das israelische Militär entwickelte Krav Maga angezogen fühlen, gibt es auch bei den über 18-Jährigen. Das weiss auch Schnyder. Alle, die sich anmelden, müssen deshalb bestätigen, dass sie keine Kapital- oder Gewaltverbrechen begangen haben. «Wenn mir einer nicht geheuer ist, lasse ich ihn einen Strafregisterauszug mitbringen.» Das sei schon mehrmals vorgekommen. Ausserdem ist für ihn klar: «Wenn einer kommt und ‹mehr Ellenbogen› einsetzen will, ist er am falschen Ort.» Auch Halimi setzt auf Strafregisterauszüge – und auf eine Probezeit. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.11.2009, 12:37 Uhr

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8 Kommentare

Thomas Schmid

02.11.2009, 13:26 Uhr
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Ich bin mir nicht sicher, ob die persönliche Kampfsportaufrüstung allerorten so eine gute Entwicklung ist. Andererseits kann ich mir sehr gut vorstellen, dass jemand, die/der schon einmal angegriffen oder überfallen wurde, sich unsicher fühlt und das Bedürfnis hat, sich in Zukunft nicht mehr ganz so hilflos ausgeliefert zu fühlen. Aber eigentlich ein Armutszeugnis für unsere verrohte Gesellschaft. Antworten


fernando Simon

02.11.2009, 14:40 Uhr
Melden

Solche Lösungen sind der Anfang vom Ende. Haben wir bald amerikanische Zustände? Viertel die bei Nacht besser nicht betreten werden? In Deutschland ist dieses bereits zu beobachten! Deswegen wünsche ich mir ein extrem hartes Vorgehen der Polizei gegen Gewalt. Und bei Migranten sofortige Rückführung. Antworten



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