Vorlagen in Kürze: «Nein zum Sterbetourismus»

Sterbehilfe soll nur jenen gestattet sein, die seit mindestens einem Jahr im Kanton Zürich leben. Dies verlangt eine Volksinitiative der EDU und EVP, die am 15. Mai zur Abstimmung steht.

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Die Volksinitiative geht auf die Zeit zurück, in der die Sterbehilfe-Organisation Dignitas Suizidwillige aus dem Ausland in Hotelzimmern und Autos in den Tod begleitete, weil dem Verein kein Sterbezimmer zur Verfügung stand. EDU und EVP wollten Dignitas stoppen. Sie verlangen in ihrer Volksinitiative, dass Sterbehilfe an Personen, die weniger als ein Jahr im Kanton Zürich gewohnt haben, unter Strafe gestellt wird.

Wer sind die Befürworter, und welche Argumente führen sie an?
EVP und EDU stehen allein da. Sie fürchten um den Ruf der Schweiz im Ausland, wo die Sterbehilfe verboten ist. Zudem finden sie es nicht richtig, dass die Steuerzahler pro Todesfall rund 3000 Franken aufzuwenden haben. Generell halten sie die Suizidhilfe für unnötig (siehe auch unter «Verbot der Sterbehilfe»).

Wer sind die Gegner, und welche Argumente führen sie an?
Regierungsrat, SVP, FDP, CVP, GLP, SP, Grüne und AL sind gegen die Initiative. Einerseits, weil das Begehren übergeordnetem Recht widerspricht: Der Kanton Zürich darf gar keine eigenen rechtlichen Bestimmungen zur Sterbehilfe erlassen. Anderseits verletze die Initiative das Gleichheitsgebot, denn betroffen sind nicht nur Personen aus dem Ausland, sondern auch aus anderen Kantonen. Schliesslich gewichten sie die Freiheit höher als einen allfälligen Imageschaden. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 28.04.2011, 12:48 Uhr)

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