«Wann wird das Schweizerkreuz verboten?»

Aktualisiert am 21.12.2009 237 Kommentare

Das Volksschulamt will, dass nicht-christliche Kinder keine Lieder singen müssen, in denen Jesus als Sohn Gottes gefeiert wird. Die Leser von Tagesanzeiger.ch kritisieren die Richtlinie scharf.

«Teil unserer Kultur»: Christbaum im Zürcher Schulhaus Friesenberg.

«Teil unserer Kultur»: Christbaum im Zürcher Schulhaus Friesenberg. (Bild: Keystone)

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Die Zürcher Lehrer sollten Rücksicht auf die religiösen Gefühle andersgläubiger Kinder nehmen, schreibt die Bildungsdirektion in einer Richtlinie. Sie empfiehlt deshalb, von der «aktiven Teilnahme an Handlungen und Liedern mit religiösen Inhalten» abzusehen. Als Beispiel führt die Empfehlung Lieder an, in denen Jesus als Gottes Sohn bezeichnet wird.

«Zu viel der Toleranz»

Auf Tagesanzeiger.ch hat die Richtlinie eine Flut von Kommentaren provoziert. Die meisten Leser haben wenig Verständnis für die Empfehlung der Bildungsdirektion. Einen «Ausverkauf unserer Identität» befürchtet Leser Alain Didier. Die Phobie vor dem Verletzen fremder Religionsgefühle nehme absurde Ausmasse an, meint Hans Kaspar und erinnert daran, dass Weihnachten eine christliche Feier sei und nicht «das Fest von Guetzli oder Geschenken.»

Szabolcs Mihalyi bezeichnet sich selbst als überzeugten Atheisten, «doch ist mir dies eindeutig zu viel der Toleranz.» Diese Lieder seien Teil der europäischen Kultur und bräuchten keine weitere Rechtfertigung. Ob man gläubig ist oder nicht, sei gar nicht entscheidend, denn im Hintergrund hätten wir eine christliche Kultur, meint auch Stefan Waldisberg. Konsequenterweise müsste man Weihnachten ganz abschaffen.

«Wann wird das Schweizerkreuz verboten?»

Auch wenn Bildungsdirektorin Regine Aeppli einen Zusammenhang mit dem Minarettverbot verneint, sehen viele Leser durchaus eine Verbindung zur jüngsten Abstimmung. Ernst Bolliger glaubt, dass «solche Auflagen von Behörden» mitverantwortlich für das Minarettverbot seien. Und Andi Müller fragt, wann das Schweizerkreuz verboten werde, da es «wahrscheinlich auch die Gefühle anderer Religionen verletze».

Andere Leser kritisieren, dass das Volksschulamt den Muslimen besonders viel Aufmerksamkeit widmet: Seit Jahrzehnten sei der Anteil der Atheisten hierzulande grösser als die Anzahl der gläubigen Christen, schreibt Stefan Studer. «Wieso hat das Volksschulamt nicht schon vor Jahren aus Rücksicht auf deren (nicht-)religiöse Gefühle alle Adventslieder verboten?»

(cal)

Erstellt: 21.12.2009, 10:53 Uhr

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237 Kommentare

O. Fried

18.12.2009, 14:43 Uhr
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Das ist nun etwas der gleiche Unsinn wie ein Minarett-Verbot. Antworten


Stefan Meyer

21.12.2009, 11:56 Uhr
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Diese Arroganz der christlichen Schweizer geht mir gehörig auf die Nerven. Nur Dank der fr. Revolution gegen den Klerus und den Sieg der Liberalen gegen die Kath.Konsevativen, gibt es die moderne Schweiz überhaupt! Christliche Lieder gehören in die Kirche oder schickt Eure Kinder in Klosterschulen. Die Volksschule ist staatlich und nicht klerikal. Ihr Christen bringt nur Unheil, Hass und Probleme. Antworten



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