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Warum das bosnische Salz vorerst nicht gestreut wird

Interview: Maria Rodriguez. Aktualisiert am 16.02.2010 10 Kommentare

Morgen Mittwoch erwartet der Kanton Zürich eine grosse Salzlieferung aus Bosnien. Trotzdem bleiben die Strassen schnee- und eisbedeckt und die Salzreserven äusserst knapp. Der Zürcher Strasseninspektor im Interview.

Keine Entwarnung: Auf Zürcher Strassen und Trottoirs bleibt es gefährlich.

Keine Entwarnung: Auf Zürcher Strassen und Trottoirs bleibt es gefährlich.
Bild: Steffen Schmidt/Keystone

Freut sich über «jedes Salzkorn»: Reto Färber, Strasseninspektor Kanton Zürich und damit verantwortlich für den Winterdienst. (Bild: Baudirektion Kanton Zürich)

Freut sich über «jedes Salzkorn»: Reto Färber, Strasseninspektor Kanton Zürich und damit verantwortlich für den Winterdienst. (Bild: Baudirektion Kanton Zürich)

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Das bonische Salz

Beim bosnischen Salz handelt es sich gemäss Strasseninspektor Reto Färber um Siedesalz. Dieses wird gleich gewonnen, wie das Salz in den Rheinsalinen, dem eigentlichen Salzlieferanten des Kantons Zürich.

Beim Strasseninspektorat will man das bosnische Salz testen. Grundsätzlich geht man davon aus, dass das Streuen ausländischen Salzes mit den hiesigen Streumaschinen kein Problem darstellt.

Nach Angaben der NZZ stammt das neue Salz aus der bosnischen Saline Tuzla, einem der ältesten Abbaugebiete für Salz in Europa. Der Salzhandel läuft ausschliesslich über die Rheinsalinen in Pratteln, welche das Salz an die Kantone weiterleiten.

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Reto Färber, der Kanton Zürich hat endlich eine neue Salzquelle in Bosnien gefunden. Werden die Strassen und Trottoire nun endlich schneefrei?
Nein, das Salz aus Bosnien kommt zuerst einmal in unsere Lager. Der Winterdienst im Kanton Zürich bleibt reduziert. Das heisst, wir salzen nur, wenn die Situation auf den Strassen prekär wird. Von der Priorität her salzen wir zuerst auf den Autobahnen. Auf den Kantonsstrassen wiederum werden in erster Priorität Hauptverkehrsachsen, Strecken mit öffentlichem Verkehr und Abschnitte mit besonders heiklen Stellen unterhalten. Radwege bewirtschaften wir in zweiter Priorität. Trottoire haben wir fast keine, beziehungsweise diese befinden sich in der Zuständigkeit der Gemeinden.

Warum salzen Sie erst, wenn es nicht anders geht? Schliesslich werden schon morgen mehrere Tonnen Salz geliefert.
Das genaue Kontingent aus Bosnien kennen wir noch nicht. Wir erwarten aber pro Wochentag 50 Tonnen Salz. Das tönt nach viel, ist aber ein Tropfen auf den heissen Stein. Zum Vergleich: An einem einzigen verschneiten Morgen streuen wir 230 Tonnen Salz auf den 1400 Kilometern Staatsstrassen und den 200 Kilometern Autobahn. Zudem rechne ich erst dann mit dem bosnischen Salz, wenn es tatsächlich da ist. Ob die versprochene Lieferung auch wirklich pünktlich eintrifft, werden wir sehen. Trotzdem freuen wir uns natürlich über jedes Salzkorn, das wir zurzeit beziehen können.

Wie gross ist die aktuelle Salzreserve des Kantons Zürich?
Leider nicht sehr gross. Wir könnten zwei oder drei richtig winterliche Tage bewältigen, mehr Salz haben wir aber nicht.

Im Moment scheint aber die Sonne, von Neuschnee keine Spur. Kann man für die Autofahrer Entwarnung geben?
Auf gar keinen Fall. Schon morgen könnte es in der ersten Tageshälfte regnen. Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt. Sobald Regen auf den seit einigen Tagen unterkühlten Boden trifft, ist die Glatteisgefahr und damit auch die Gefahr für die Verkehrsteilnehmer zu verunfallen, akut. Ich hoffe, die Autofahrer bleiben so diszipliniert wie bis anhin, auf den reduzierten Winterdienst haben sie nämlich tipptopp reagiert. Der Winter ist noch nicht zu Ende!

Wir hatten dieses Jahr aber bereits mehrere Wintereinbrüche. Inwiefern kann es überhaupt noch schlimmer kommen?
Wenn es Schnee auf den Strassen hat, fahren die Leute automatisch vorsichtiger. Bei Glatteis, wie es auch in den nächsten Tagen zu erwarten ist, wähnt man sich als Verkehrsteilnehmer oft in falscher Sicherheit. Zudem ist der Kanton Zürich mit den grossen Höhenunterschieden, und den vielen Tälern mit Seen und Flüssen, für den Winterdienst sehr anspruchsvoll. Bei Eisglätte herrschen so schnell prekäre Strassenverhältnisse, da können wir nicht immer schnell genug reagieren, sondern sind auf das den Verhältnissen angepasste Fahren der Verkehrsteilnehmer angewiesen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.02.2010, 14:54 Uhr

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10 Kommentare

Eddie Flüeler

16.02.2010, 15:30 Uhr
Melden

Warum setzt man nicht die vielen Arbeitslosen ein, zwecks Schnee-und Eisräumung? Neben meiner ehemaligen Vollbeschäftigung, räumte ich stundenlang Schnee und Eis und keinen einzigen Stein fiel mir damals aus der Krone. Antworten


Werner Holliger

16.02.2010, 16:13 Uhr
Melden

@E. Flüeler: Denken wir ein wenig logisch! Zuerst müssen wir wissen, welche Abeitslosen für diese Arbeit geeignet und verfügbar (z.B. in keinem AL-Progamm) sind. Dann müssen wir sie ausrüsten - in Halbschuhen und "normaler" Kleidung ist diese Arbeit nicht so toll. Und dann müssen wir sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben. Tönt einfach, aber spielen Sie so etwas in der Praxis mal durch... Antworten



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