Zürich
Was sich nicht vermeiden lässt, landet in Beuteln
Von Pia Wertheimer. Aktualisiert am 23.02.2012 12 Kommentare
Artikel zum Thema
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Er gleicht eher einem Patienten auf der Intensivstation als einem Piloten: André Borschbergs Kopf ist mit Kabeln und Pflastern übersät. Seit über 30 Stunden sitzt er in der Cockpitkapsel des Solarflugzeuges, umgeben von grossen Bildschirmen. Der Simulator steht in einem Hangar auf dem Dübendorfer Flugplatz, abgeschirmt von der Betriebsamkeit des Projektteams. Es ist dunkel, Borschberg steuert einsam durch die Luft.
Er hat nicht einmal die Hälfte des Härtetests zurückgelegt, der noch bis am Freitagmorgen andauert. Die Erschöpfung hat das Gesicht des 59-Jährigen gezeichnet. «Es geht mir bestens – ich merke die Müdigkeit kaum», sagt der Westschweizer gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Genau dies wird gemäss Jean-Pierre Boss, dem ärztlichen Koordinator des Projekts, während der Weltumrundung 2014 eine latente Gefahr sein. «Menschen haben die Angewohnheit, die Müdigkeit zu unterschätzen.» Sie liege aber ausserhalb unseres Willens. «Vor dem Fernseher ist das nicht weiter schlimm. Über dem Atlantik, am Steuerknüppel eines Flugzeugs kann das aber tödlich enden.»
Business-Class-Sitz mit WC
Aus Gewichtsgründen wird jeweils nur ein Pilot an Bord sein. André Borschberg und Bertrand Piccard wechseln sich darum in der Steuerkapsel etappenweise ab. Der Luxus eines Bettes kommt nicht infrage, auch für ein WC bietet das Cockpit keinen Platz. Borschberg sitzt darum auf einem eigens für Solar Impulse konzipierten Sitz. Die Technologie der Kissen entspricht den Sitzen der Business Class von Swiss. «André Borschberg kann nach seinem Gusto Luft ins Polster blasen oder ablassen», sagt Roland von Ballmoos vom zuständigen Textilunternehmen Lantal.
Der Luxussitz ist gleichzeitig die Bordtoilette von Solar Impulse: ein durch das Polster verstecktes Loch, das ein Deckel luftdicht abschliesst. Und was sich trotz ballastarmer Kost nicht vermeiden lässt, landet im Plastikbeutel. «Ähnlich wie bei Robidog-Säckli verknotet es der Pilot und entsorgt es», führt von Ballmoos aus. Das Team um Bertrand Piccard wird vor der Weltumrundung entscheiden, ob die Exkremente im Flugzeug gelagert oder in der Luft entsorgt werden. Er habe diese Toilette nun zum ersten Mal benutzt, twitterte Borschberg in der Nacht zum Mittwoch. Man müsse etwas vorsichtig sein, aber es klappe. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.02.2012, 16:15 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
12 Kommentare
Diese Projekt ist sicher faszinierend und technisch ein Challenge, nur: Was soll die message sein? Dass man ein Meinschlein unter fast unmenschlichen Bedingungen mit riesigem finaziellem Aufwand mit Solarkraft in der Luft halten kann, ist plausibel. Herr Piccard will aber mehr: Er will beweisen, dass in der Zukunft die Flugzeuge mit Solarkraft fliegen können. Und das werden sie nicht! Antworten
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Bitte warten

