Neue Initiative

Werbeverbot für Bierbrauer in Zürcher Stadien

Das Blaue Kreuz will das Alkoholsponsoring an Sportanlässen unterbinden. Eine Initiative im Kanton Zürich soll den Weg für ein landesweites Verbot ebnen.

«Kanton Zürich als Testfeld»: Visualisierung des neuen Fussballstadions auf dem Hardturm.

«Kanton Zürich als Testfeld»: Visualisierung des neuen Fussballstadions auf dem Hardturm. Bild: Keystone

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Sport und Alkohol – das beisst sich nach Ansicht des Blauen Kreuzes. Bierwerbung sei bei Fussball- und Eishockeyspielen jedoch sehr präsent, moniert die Organisation. Gerade Jugendliche liessen sich dadurch «noch sehr stark» beeinflussen. Der Konsum habe in den letzten Jahren denn auch zugenommen. «Bei Sportveranstaltungen sind die Auswirkungen offensichtlich», sagt Geschäftsführer Stephan Kunz. Alkohol- und Gewaltexzesse zögen hohe Kosten nach sich und belasteten das Gesundheitswesen übermässig.

Vor diesem Hintergrund schlägt eine Expertengruppe der Organisation vor, im Kanton Zürich die Initiative «Für die Jugend; gegen Alkohol im Sport» zu lancieren. Ziel: An Sportanlässen soll nebst harten Alkoholika neu auch Werbung für Bier und Wein verboten sein. Der Vorstand entscheidet über den Antrag im Januar, die Mitgliederversammlung im Mai. Geschäftsführer Stephan Kunz rechnet damit, dass das Blaue Kreuz die Initiative starten wird. Offen ist, ob die Organisation einen eigenen Gesetzestext ausarbeiten oder die Initiative in Form einer Anregung halten wird, die der Kantonsrat bei einer Annahme in ein Gesetz giessen müsste.

Einnahmeausfälle befürchtet

Bereits jetzt reagieren Getränkehersteller wie Feldschlösschen alarmiert, weil sie Umsatzeinbussen befürchten. Bei den Kloten Flyers will man sich noch nicht im Detail äussern. Es sei aber klar, dass ein Teil der Einnahmen verlustig ginge, wenn Calanda als Sponsor wegfiele, sagt ein Sprecher. Bedenken hat auch Peter Zahner, CEO bei den ZSC Lions, obschon der Zürcher Klub derzeit ohne Sponsor aus dem Alkoholbereich auskommt: Die Initiative erreiche ihr Ziel nicht, die Jugendlichen vom Alkohol abzuhalten. «Alkohol wird so oder so getrunken.» Die Initiative träfe deshalb vielmehr die Klubs, weil Einnahmen verlustig gingen. Ein Fragezeichen setzt Zahner hinter die Praktikabilität der kantonalen Initiative: Was geschähe, wenn ein Verein aus einem anderen Kanton mit einer Bierwerbung auf dem Leibchen im Hallenstadion spielte?

Kunz vom Blauen Kreuz räumt ein, dass ein landesweites Verbot mehr Sinn machen würde. Den Kanton Zürich sieht er als Testfeld: «Wir erhoffen uns in Zürich den Durchbruch mit entsprechender Signalwirkung.» Bereits bei den Alkoholtestkäufen habe Zürich erfolgreich die Vorreiterrolle übernommen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.12.2011, 08:52 Uhr

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