Werbung für Drogen auf Beratungsseite

Der Verein Eve & Rave, bekannt durch Drogentests an Partys, schliesst seine Facebook-Gruppe. Händler von Designerdrogen hatten versucht, dort an neue Kunden zu gelangen.

Die bekannteste Designerdroge auf dem Schweizer Markt: Auswahl an verschiedenen Ecstasy-Pillen.

Die bekannteste Designerdroge auf dem Schweizer Markt: Auswahl an verschiedenen Ecstasy-Pillen. Bild: Keystone

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In der Nacht auf heute Dienstag gab der Verein Eve & Rave bekannt, dass er seine Facebook-Gruppe per sofort sukzessive schliesse. Sukzessiv deshalb, weil es das soziale Netzwerk seinen Nutzern nicht leicht macht, bestehende Gruppen vom Netz zu nehmen. Der Grund für die Aktion: Der Verein habe nicht die Kapazitäten, die Gruppe zu moderieren. Und: «Es gab Versuche, mit Verbotenem Handel zu treiben», wie es in einem erklärenden Kommentar heisst.

Dies bestätigt Koni Wäch vom Vorstand des Vereins: «In der letzten Zeit gab es mehrere Versuche von Shops, auf unserer Seite Designerdrogen an die Leute zu bringen.» Die Werbung für die sogenannten Research Chemicals – meistens im Graubereich der Legalität – habe man jeweils so schnell wie möglich gelöscht. Da Eve & Rave aber ein gemeinnütziger Verein sei, habe man nicht die Kapazität, die Gruppe 24 Stunden am Tag zu kontrollieren.

Designerdrogen im Graubereich

«Wir warnen ausdrücklich vor Research Chemicals und den Shops, die sie vertreiben», erklärt Wäch. «Diese chemisch hergestellten Drogen werden oft falsch deklariert verkauft. Die Nebenwirkungen sind zudem unbekannt.» Ein weiteres Problem: Die synthetischen Drogen werden über das Internet vertrieben und kursieren dort als Legal Highs. Denn kaum wird eine Substanz gesetzlich verboten, tauschen die Hersteller eine chemische Gruppe gegen eine andere aus. Die Neukreation steht dann auf keiner Verbotsliste. Wäch warnt aber auch hier: «Die gesetzliche Lage ist oft unklar, Kunden solcher Internetshops können Probleme bekommen.»

Weiterhin betreiben will Eve & Rave neben seinem Internetforum auch eine Facebook-Seite. «Wir klären gerade ab, inwieweit wir hier die Möglichkeit, Kommentare zu posten, einschränken können.» Bisher habe es auf der Facebook-Seite keine Werbeversuche von Graumarkt-Shops gegeben. «Wir wollen aber gerüstet sein, wenn es solche gibt.» Zudem würden drei Leute die Gruppe im Blick behalten, damit Einträge gelöscht werden können, die nicht im Sinne des Vereins seien.

Eve & Rave bietet an Partys Drogentests und Beratungen «für einen bewussten und risikoarmen Umgang» mit den Substanzen an, wie es auf der Facebook-Seite heisst. Zudem warnt sie über ihre Informationskanäle vor gefährlichen, neuen Substanzen, die weltweit auftauchen. Auf dem Forum ihrer Internetseite haben Konsumenten zudem die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich über den Umgang mit verschiedenen Stoffen zu informieren.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 13.11.2012, 13:51 Uhr)

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