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Wie der Zoll Bodypacker entlarvt

Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 21.07.2011 25 Kommentare

Innert zwei Tagen gingen dem Zoll gleich zwei Drogenschmuggler ins Netz, die in ihren Därmen insgesamt 1,4 Kilogramm Kokain transportierten. Die Arbeit der Zollbeamten ist dennoch ein Tropfen auf den heissen Stein.

Drogenschmuggel im Darm: Ein Zöllner reinigt Fingerlinge, die ein Bodypacker in die Schweiz bringen wollte.

Drogenschmuggel im Darm: Ein Zöllner reinigt Fingerlinge, die ein Bodypacker in die Schweiz bringen wollte.
Bild: Keystone

Drogen im Darm: Röntgenbild mit erkennbaren Kokain-Fingerlingen. (Bild: Keystone )

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In den letzten drei Tagen gingen den Zöllnern am Flughafen Zürich zwei Droggenschmuggler ins Netz. Beide hatten die Drogen in Fingerlingen in ihrem Darm transportiert – der eine 600 Gramm, der andere gar 800 Gramm Kokain.

Woran aber erkennen Zöllner mögliche Bodypacker? Daniel Tschudin, Stellvertreter des Zollinspektors am Flughafen, meint: «Es ist primär die Intuition der Beamten, die bei den Anreisenden nach Auffälligkeiten Ausschau halten.» Genaue Angaben zu den Auffälligkeiten, will er aus taktischen Gründen nicht machen. Nur soviel: «Wenn bei einem Flug zum Beispiel nur Business-Leute aussteigen, fällt jemand auf, der völlig anders gekleidet ist.»

Über ein Kilogramm geschluckt

Es sei aber unmöglich, äusserlich festzustellen, ob jemand Drogen im Darm trage. Obwohl die Mengen oft beträchtlich sind. Meist liegen sie zwischen 600 und 800 Gramm. «In Einzelfällen hatten Bodypacker aber auch schon über ein Kilogramm geschluckt.» Dies sei zwar äusserst gefährlich, dennoch bewege sich ein Mensch deshalb nicht anders. «Nach einem grösseren Essen sieht man äusserlich auch nichts.»

Natürlich gebe es bestimmte Flugrouten aus Südostasien oder Südamerika, die stärker ins Visier genommen würden. Besonders auch Ankünfte aus der spanischen Hauptstadt. «Viele Reisende aus Südamerika steigen in Madrid auf andere Flüge um», erklärt Tschudin. Allerdings könne man sein Augenmerk nicht nur auf bestimmte Routen legen. «Wegen der Billigflüge in ganz Europa können sie überall herkommen.»

Platzendes Kondom ist tödlich

Verdächtige können mittels dem Ionenmobilitätsspektrometer auf Drogen geprüft werden. Die Maschine zeigt die Konzentration eines bestimmten Stoffes auf, auch wenn er im Innern des Körpers transportiert wird. Entdeckt die Zollbehörde einen Schmuggler, wird er sofort an die Kantonspolizei übergeben.

Als erstes muss darauf genau festgestellt werden, was der Bodypacker in sich trägt. Dies könne durch Röntgen festgestellt werden. So oder so muss der Schmuggler sein Geschäft in spezielle Toiletten verrichten, welche die Fingerlinge in einem Gitter auffangen. Für die Schmuggler ist Transportieren wie Ausscheiden gefährlich: «Wenn ein Beutel platzt, kann man den Menschen meist nicht mehr retten», erklärt der Zollbeamte Tschudin. Die Drogen werden in Kondome abgefüllt und dann zugeknöpft geschluckt. Die Präservative seien «relativ resistent». Dennoch verhielten sich die Schmuggler sehr vorsichtig, um das Risiko des Platzens zu vermindern: «Generell essen und trinken sie während der Reise nichts.» Wieviele Bodypacker in Zürich schon an ihrer Lieferung gestorben sind, weiss Tschudin nicht.

Trotz der Bemühungen von Zoll und Polizei ist klar, dass viele Drogenschmuggler in die Schweiz einreisen können ohne erwischt zu werden. «In Zürich ist Kokain leicht erhältlich und verhältnismässig günstig», sagt Tschudin. Dies zeige, dass viele Schmuggler unentdeckt blieben.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.07.2011, 12:26 Uhr

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25 Kommentare

Nico Hugentobler

21.07.2011, 13:05 Uhr
Melden 42 Empfehlung

die drogenprohibition kostet den staat nur ein haufen geld und finanziert ihre gegner. ich bin der meinung man sollte alle drogen legalisieren ab 18 oder 21. jeder soll selber entscheiden können was er mit seinem leben machen will. ich sage dem selbstbestimmung. zudem würden alle staatsschulden dahin schmelzen da die steuerliche belastung auf drogen reichlich geld in die staatskasse füllen würde. Antworten


Michael Schumacher

21.07.2011, 13:50 Uhr
Melden 39 Empfehlung

Nur weil es nach mehreren tausend Jahren trotz Verbot der Ermordung anderen Menschen immer noch Morde gibt, legalisieren wir Morde ja auch nicht! So eine kindische Begründung, Drogen zu legalisieren, weil ein Verbot ja nichts nützt ist schon ziemlich kleinkariert und unüberlegt. Wenn wir alles, was nicht mässig erfolg hat, nicht weiterverfolgen, dann wären wir sicher nicht da, wo wir heute sind. Antworten



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