Zürich
Wie der längste Strassenstrich der Schweiz zerschlagen wurde
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 15.07.2010 9 Kommentare
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Wirkt abschreckend: Kamera am Laternenpfahl. (Bild: Fabio Derungs)
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Der Strassenstrich in Zürich ist nicht nur für die Anwohner beim Sihlquai untragbar, sondern neuerdings auch für Bewohner in Wipkingen. Freier lassen sich ungeniert in Gärten und auf privaten Parkplätzen bedienen und stören damit die Quartierbewohner massiv.
Andere Städte haben ebenfalls Probleme mit der Prostitution auf der Strasse. Bekannt wurde etwa das solothurnische Olten. Bis zu 150 Frauen standen dort auf der Industriestrasse und warteten auf Freier. Auf zwei Kilometern Länge gingen die Prostituierten ihren Geschäften nach. 2005 sprach man noch vom längsten Strassenstrich der Schweiz. Olten hatte ein Imageproblem, die Liegenschaftenbesitzer und Anwohner im betroffenen Quartier litten unter Lärm und Abfall.
Kameras wirkungslos
Vor rund zehn Jahren breitete sich das Sexgewerbe im Oltener Industriequartier immer mehr aus. Damals reagierte die Stadt und montierte Überwachungskameras – in der Hoffnung, damit die Freier fernzuhalten, die aus grossem Umkreis nach Olten fuhren. Die Wirkung blieb jedoch aus: «Der Strassenstrich verschwand nicht, statt dessen gab es lediglich eine überwachte Zone», sagt der Oltener Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage.
Eine solche «geschützte» Zone wollte die Stadt nicht mehr und setzte dem Treiben 2005 ein Ende, indem sie auf der Industriestrasse ein Nachtfahrverbot verhängte. Das wird laut Dietler konsequent kontrolliert und respektiert. Der Strassenstrich verschwand deshalb aber nicht, sondern verlagerte sich an die Haslistrasse und andere Ecken im Quartier. Ein Jahr später wurden dort Halteverbote aufgestellt, um den Freiern keine Parkplätze anzubieten. «Dieses Gewerbe lässt sich nicht ganz unterdrücken. Doch das Ausmass konnte deutlich reduziert werden», sagt Dietler.
Barrieren und «Pink House»
Dazu beigetragen haben auch zahlreiche Liegenschaftenbesitzer, deren Gelände für den schnellen Sex im Auto benutzt wurden. «Viele Betriebe haben ihre Areale abgesperrt, um den Freiern keinen Platz mehr zu bieten», sagt Dietler.
Heute steht keine Frau mehr an der Industriestrasse, der Strassenstrich ist auf 500 Meter Länge und etwa 30 Prostituierte zusammengeschrumpft. Prostituierte können im «Pink House» Zimmer mieten, ein Verein für Präventionsarbeit im Sexgewerbe hat sich etabliert und trägt dazu bei, dass sich die Missstände auf dem Strich in Grenzen halten; Olten ist nicht mehr der selbe Anziehungspunkt für Freier. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.07.2010, 11:17 Uhr
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9 Kommentare
Um die richtige Perspektive herzustellen: Es sind nicht Prostituierte, die dort stehen und "auf Freier warten" - es sind Freier, die dort den billigen, schnellen Sex wollen. Ohne Nachfrage kein Angebot. Es ist an der Zeit, bei den Freiern anzusetzen. Bei Männern, die ein massives Problem mit ihrer Sexualität haben. Antworten
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