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Wie die SVP zum Wahlhelfer der Autokritiker wurde

Von Felix Schindler. Aktualisiert am 05.09.2011 20 Kommentare

Bei der Abstimmung zur Städteinitiative erreichte der Gegenvorschlag 6000 Stimmen mehr als die Initiative – und fiel trotzdem durch. Beim Triumph der Initianten dürfte die SVP mitgeholfen haben.

Unfreiwillige Schützenhilfe: 8200 Stimmbürger liessen die Stichfrage leer und stärkten so die Befürworter der Abstimmung.

Unfreiwillige Schützenhilfe: 8200 Stimmbürger liessen die Stichfrage leer und stärkten so die Befürworter der Abstimmung.

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Zu einer paradoxen Situation kam es bei der gestrigen Abstimmung zur Städteinitiative: Eigentlich erreichte der Gegenvorschlag 6000 Stimmen mehr als die Initiative selbst. In der Stichfrage schliesslich obsiegte die Initiative mit einem knappen Vorsprung von 600 Stimmen.

Beim Triumph der Umweltorganisation dürfte ausgerechnet einer ihrer ärgsten Feinde mitgeholfen haben: die SVP. Ohne einen taktischen Fehler der Partei hätte wohl der Gegenvorschlag auch bei der Stichfrage mehr Stimmen erhalten. Die SVP war sowohl gegen die Initiative als auch gegen den Gegenvorschlag und empfahl ihren Wählern folgerichtig, beide Initiativen abzulehnen. Dass die SVP auch die Empfehlung herausgab, die Stichfrage leer zu lassen, bewirkte wohl das Gegenteil dessen, was die Volkspartei wollte.

Leerstimmen verliehen den Befürwortern mehr Gewicht

8200 Stimmbürger legten den Stimmzettel mit der Stichfrage leer oder ungültig in die Urne. Es ist wahrscheinlich, dass diese Zürcher gegen Initiative und Gegenvorschlag stimmten. Ebenso wahrscheinlich ist, dass sie den Gegenvorschlag als kleineres Übel erachten. Dadurch, dass sie ihre Stimmen aber leer einwarfen, schwächten sie aber weder die Initiative noch den Gegenvorschlag, sondern gaben allen anderen Stimmen mehr Gewicht.

Belegen lässt sich diese These allerdings nicht, wie Beat Gähwiler, Leiter Abstimmungen und Wahlen der Stadt Zürich auf Anfrage sagt. «Wir wissen nicht, wer wie gestimmt hat.»

In den Kommentarspalten von Tagesanzeiger.ch kursierte allerdings noch eine andere These: Einige Leser glauben, dass die Variantenabstimmung einige Stimmbürger schlicht überforderte. Indizien, die den Verdacht stützen, gibt es laut Gähwiler nicht. Denoch räumt er ein: «Variantenabstimmungen sind sicher anspruchsvoller. Aber wir gehen davon aus, dass der Stimmberechtigte mündig ist und die Abstimmungsunterlagen liest.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.09.2011, 17:17 Uhr

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20 Kommentare

Max Kuhn

05.09.2011, 18:26 Uhr
Melden 66 Empfehlung

Kommt halt davon wenn man blind den Parteioberen abschreibt. SVP die einzige Partei die den Stimmzettel vorausgefüllt auf Plakaten abdruckt. Eigentlich ist das auch tubelisicher - ausser derjenige, der die Stimmempfehlung verfast ist selber einer. ;-) Danke SVP-Wähler für euer Engagement für weniger Abgase ;-) Antworten


Laurens van Rooijen

05.09.2011, 18:42 Uhr
Melden 51 Empfehlung

Wenn das Denken an eine Parteizentrale delegiert wird, muss man sich nicht wundern, dass es dumm raus kommt. "Nein" ist eben keine probate Antwort auf die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft, liebi Froue und Manne. Und ja: Ein gewisses Mass an Schadenfreude kann ich grad nicht verhehlen. Trotzdem ein Rat für die Zukunft: Kritisch prüfen, was die Parteileitung als Maxime ausgibt. Antworten



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