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Wie die Superreichen ans WEF fliegen

Rund ums WEF herrscht Hochbetrieb bei Charter-Firmen für Privatflugzeuge. Die fliegenden Paläste lassen sich die hochklassigen Kunden einiges Kosten.

1/12 Im Innern des fliegenden Rolls Royce, dem Gulfstream 550: Das bestausgestattete Privatflugzeug von Jet Aviation bietet Platz für 15 Personen. 9500 Franken bezahlt man pro Flugstunde.
Jet Aviation

   

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Seit zwei Tagen strömen die Reichen und Mächtigen zum alljährlichen Stelldichein nach Davos, um am WEF, geschützt von meterhohen Stacheldrahtzäunen und einem riesigen Polizeiaufgebot, über die Belange der Welt zu diskutieren. Die Anreise fand bei vielen abseits von Linienflügen und mühsamem Gate-Transfer statt. So herrscht also Hochbetrieb bei Anbietern von Privatflügen. Bereits müssen die Maschinen wieder für den Rückflug in Stellung gebracht werden.

Martin Bernegger, Geschäftsführer des Chartergeschäfts bei Jet Aviation für Europa, den Mittleren Osten, Afrika und Asien, spricht von etwa 20 Flugzeugen, welche die Firma manage, die bereits in Zürich gelandet seien. Wer genau in welchem Privatflieger anreist, will Jet Aviation nicht verraten.

Die Ansprüche der Kundschaft seien dabei äusserst verschieden, die genutzten Flugzeuge unterschiedlich gross und ausgerüstet. «Viele Regierungen und Firmen mieten sich Flugzeuge oder verfügen über eigene Jets», erklärt Bernegger. Im Mittleren Osten beispielsweise neige man zu grösseren Flugzeugen. So würden dort oft verschiedene Airbusse oder Boeing Business Jets eingesetzt, welche nicht im Charter-Angebot von Jet Aviation stünden.

Kurzstrecke ab 3500 Franken pro Stunde

Bei den Charterflugzeugen, welche Jet Aviation nach Flugstunden vermietet, seien besonders vier Modelle beliebt. «Für kürzere Flüge, beispielsweise innerhalb Europas, kommen Kleinmaschinen mit acht Passagieren zum Einsatz.» Darin gebe es kein Kabinenpersonal und somit auch keine Möglichkeit, warmes Essen zuzubereiten. Doch billig ist der Flug bei weitem nicht: Das günstigste Angebot, eine Cessna, kostet 3500 Franken pro Flugstunde. Die etwas grössere Embraer Phenom 300, mit Unterhaltungssystem an Bord, etwa 700 Franken mehr.

Bei mittleren Strecken – zum Beispiel nach Dubai – kommt vor allem die Dassault Falcon 2000 zum Einsatz. Hier ist einiges mehr an Luxus inbegriffen. Für 7000 Franken die Stunde kümmert sich eine Cabin-Crew um die Wünsche der Kundschaft. An Esstischen kann ausgiebig gespiesen werden. Wer schlafen will, findet kann dies in vier verfügbaren Betten tun. Passagiere transportiert die Maschine aber nur wenige: «Mit der Falcon können bis zu zehn Gäste reisen», erklärt Bernegger.

Familienreise für 9500 Franken pro Stunde

Längere Flugstrecken mit bis zu 15 Passagieren legen die Reichen der Welt gerne im Gulfstream 550 zurück. «Mit diesem Flugzeug können praktisch alle Ziele in Asien oder an der nordamerikanischen Westküste angeflogen werden», meint Bernegger. Deshalb sei sie vor allem bei Geschäftsleuten aus Asien beliebt, «aber auch Familien reisen gerne mit ihm».

13 Stunden kann die Maschine in der Luft sein. Die Kosten hier: 9500 Franken pro Flugstunde. Die Ausstattung ist hier noch exklusiver als bei der Dassault Falcon. Bei manchen Flugzeugen ist auf Verlangen gar eine Dusche Teil des Angebots. «Dies wünschen in der Regel Kunden, die unmittelbar nach der Landung einen Geschäftstermin wahrnehmen müssen», erklärt Bernegger.

Am WEF in Davos können sich die Besucher übrigens unter anderem mit dem Thema «Carbon Neutral Skies» beschäftigen. Das Projekt sucht Strategien, wie die Flugzeugindustrie ihren Ausstoss an Kohlenstoff massiv reduzieren kann. Ob man da auch über den Verzicht auf Privatflugzeuge diskutiert, ist jedoch nicht bekannt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2012, 13:09 Uhr

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28 Kommentare

Walter Hermann Fröhlich-Gantenbein

28.01.2012, 21:58 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Es ist nicht erstaunlich, dass man mit den Privatflieger an das WEF anreist, wenn man berücksichtigt, dass der Umweltschutz für die Teilnehmer am WEF höchstens ein Feigenblatt darstellt, man gehört ja zur Gilde der wasserpredigenden Weintrinker. Antworten


Georg Stamm

28.01.2012, 18:19 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Der Gipfel der Unverforenheit wäre, wenn Leute, die so anreisen, am WEF das Klima retten wollen. Antworten


Carlo Müller

29.01.2012, 10:29 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Nein, Herr Stamm, das überlassen diese Leute dem leichtgläubigen Volk, das immer noch an das CO2-Märchen glaubt und die von oben verordneten Einschränkungen, Steuern und Abgaben devot über sich ergehen lässt.
Nicht an Ihren Worten, sondern an ihren Taten sollt ihr Sie messen.


Andreas Müller

28.01.2012, 13:14 Uhr
Melden 11 Empfehlung

So So, der kleine Mann soll also aufs Auto verzichten, am liebsten nur noch zu Fuss, mit Velo oder ÖV sich fortbewegen und das alles im Namen der Klimaerwärmung. Aber bei den ach so wichtigen Damen und Herren spielt das Klima auf einmal keine Rolle mehr. Wasser predigen, selber aber Wein trinken. Antworten


Armin Studer

28.01.2012, 11:01 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Das Vergnügen ist diesen Leuten eigentlich zu gönnen, aber schlussendlich bezahlt doch der Steuerzahler für diesen Luxus. Antworten


Oliver Ceco

30.01.2012, 08:18 Uhr
Melden

Jet Aviation is ein privatwirtschaftliches Unternehmen und ist steuerpflichtig im Kanton Zürich! Allenfalls verprasst Hirschmann jun. einen Teil des Unternehmengewinns.


Walter Hermann Fröhlich-Gantenbein

27.01.2012, 20:21 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Ein Verzicht auf Privatflugzeuge ist solange unmöglich, solange machtgierige, geldgierige, verantwortungslose , egoistische, ausbeuterische Menschen die globalen Spitzenpositionen halten. Nur die soziale Eigenverantwortung im Dienste der Menschheit kann eine Korrektur bewirken. Antworten


Harry Wyder-Fluri

28.01.2012, 17:09 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Und das sind die grossen und Reichen die uns vormachen, wir sollen sparen. Wo leben die eigentlich? Jenseits des gut und Bösen. Und es gibt auch solche, die sagen, ich gehöre einer Christlichen Partei an. Aber beim Geld abschöpfen sind sie sehr gute Abzocker ohne wenn und aber.Da spielt das chrstliche keine Rolle mehr.Schämen sollen sich die Klüngel wenn sie es noch können!


Christoph Bremser

27.01.2012, 18:07 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Wunderbar, man muss doch mit Stil bei den Staatschefs betteln gehen, oder? Antworten


roy allen

27.01.2012, 18:03 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Superreich hat nicht unbedingt was mit hochklassig zu tun oder?? Antworten


Peter Bollschweiler

27.01.2012, 16:41 Uhr
Melden 12 Empfehlung

So fliege ich jeden Tag zur Arbeit :) Antworten


pascal schnell

27.01.2012, 16:26 Uhr
Melden 5 Empfehlung

da hatte ich mehr glück. ab milano zahle ich mit thai € 3'400 first nach hong kong. Antworten


Tobi Zwahlen

27.01.2012, 16:19 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Die abgebildeten Flugzeuge sind noch harmlos.
Z.B. die Amerikaner kommen jeweils mit mehreren Grossflugzeugen, darunter die Air Force one. Eine 747-200, die 12'790l/h (!!) verbraucht bei einer Takkapazität von 217 Tonnen. Die Russen kommen ebenfalls mit mehreren Grossflugzeugen, ausser Putins Il-96 und Tu-144 auch ein AN124- Frachter, der ihre eigenen Hubschrauber und Fahrzeuge tranportiert...
Antworten


Tobi Zwahlen

27.01.2012, 19:13 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Oh, danke für den Hinweis. Ich meinte natürlich die Tu-154, nicht 144.
Was mich dabei stört, ist, dass (z.B.) eine Delegation von vlt. 50 Leuten mit einer ganzen Flotte von Grossraumflugzeugen nach Zürich fliegt, um dort bei Hummer und Kaviar ein bisschen über den Welthunger zu diskutieren und sich in dekadenter Gesellschaft zu suhlen, während wir noch deren Sicherheit berappen dürfen...


Jörg Mauch

27.01.2012, 17:08 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Gibt es überhaupt noch eine flugtüchtige Tu-144?


urs bilger

27.01.2012, 15:11 Uhr
Melden 5 Empfehlung

naja, für schlappe chf 13'000 kriege ich auch einen first class flug mit der thai zürich-bangkok-zürich (flugdauer ~24h), habe einen 1a service und fühle mich erst noch sicherer als in so einer kleinen schüssel bei turbulenzen. Antworten


urs bilger

27.01.2012, 17:41 Uhr
Melden 5 Empfehlung

@schnell und levinger: ich rede hier vom offiziellen listenpreis, um den wahnsinn der wef teilnehmer, deren kosten, sinnlosigkeit und geldverschleuderung des wef's (wohlgemerkt, dass ein grosser teil vom wirklich arbeitenden arbeitnehmer als steuerzahler übernommen wird) als solches darzulegen. ich könnte mir einen first class flug leider auch nicht leisten. auch wenn's sicherlich schön wäre !


Stefan Levinger

27.01.2012, 17:05 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Dann geben Sie aber bedeutend zu viel aus (50 bis 70 %, je nach Abflugort CH oder DE).


Hans Meier

27.01.2012, 15:00 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Ich frage mich - die "Superreichen"? Die meisten WEF Teilnehmer sind Regierungen und die Wirtschaft. Wenn es so ist, dann bezahlen ja wir Steuerzahler und Aktionäre diese Privatjets, oder sind denn unsere Regierungsvertreter und Angestellten von Aktiengesellschaften (CEO's, VR) "Superreiche"? Antworten


Margot Helmers

27.01.2012, 17:30 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Angestellte CEO's von Pharma und Banken sind schwerreiche Multimillionäre. Und das ohne persönliche Risiken...


Hans Vögtlin

27.01.2012, 14:48 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Wenn man an die wirklich armen Millionen von Menschen in
unserer missbrauchten Welt denkt, dass Tausende von Ihnen
täglich Hungers sterben oder sonst entsetzlich zugrunde gehen,
wird einem angesichts dieser Reichtums-Protzerei brechübel.
Ihre Profiteure sind dazu noch meistens Angehörige mono-
theistischer Religionen, welche heuchlerisch Demut und
Bescheidenheit predigen. Welche Verrücktheit
Antworten


Rolf Zitt

27.01.2012, 14:44 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Sie erwecken mit den Stundenkosten ein falsches Bild: Swiss z. B. kostet First Zürich-München H+R je 1 Std. ca. CHF 700. Die Cessna Citation pro Person b. Vollbesetzung f. 2 Std. CHF 875. Sie reisen zeitlich unabhängig v. Flugplan, diskret f. Gespräche od. Arbeit, sparen Lohnstunden b. nicht vorhandenen Wartezeiten. Wenn Sie das alles als Firma bezahlen müssen ist der Privatjet billiger. Antworten


hubert schoch

27.01.2012, 14:37 Uhr
Melden 14 Empfehlung

"Carbon Neutral Skies"
im Mittelalter hat man dem doch Ablasshandel gesagt
Antworten


Adam Schmid

27.01.2012, 14:17 Uhr
Melden 13 Empfehlung

So toll ist das Fliegen mit solchen Jets gar nicht. Man fühlt sich meistens eingeengt und die Sitze in zeitgemässen Linienmaschinen sind meist bequemer. Praktisch ist primär, dass man innert kürzester Zeit abfliegen, die Flugpläne einfach ändern und praktisch auf jedem Fleck landen kann. Der Preis ist auch in Ordnung, jedenfalls wenn mehrere Personen gemeinsam zur selben Destination fliegen Antworten


Peter Müller

27.01.2012, 14:09 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Der Neid hält sich in Grenzen, auch an diesen Luxus gewöhnt man sich und sieht/schätzt ihn bald nicht mehr. Wahrer Luxus sind die 3 F's: Friede, Freu(n)de, Freiheit :-) Auch wenn ich mir so ein Jet wohl nie leisten kann, ich möchte nicht tauschen mit denen... Antworten


Christoph Koran

27.01.2012, 13:43 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Ach jo... Die Superreichen? dabei ist es nicht mal Ihr Geld!
Eine WEF braucht es genauso wenig wie entsprechen ausgerüstet Flieger...
Globalisierung bedeutet je länger je mehr eine Verarming des Volkes das arbeitet und für das sorgt von dem andere profitieren! - Bitte beeerdigt den kaputten Euro! Es geht so nicht weiter! Und wenn die sogenannten Manger aufschreien und etwas weniger bekommen......
Antworten


Carlo Müller

27.01.2012, 13:42 Uhr
Melden 77 Empfehlung

Ja, ja. Im Privatjet um die halbe Welt fliegen um über "Carbon Neutral Skies" zu fabulieren und dann noch dem einfachen Volk vorschreiben wollen, wieviel CO2 es ausstossen darf. Heuchelei im Quadrat! Antworten



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