Wie die Superreichen ans WEF fliegen

Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 27.01.2012 28 Kommentare

Rund ums WEF herrscht Hochbetrieb bei Charter-Firmen für Privatflugzeuge. Die fliegenden Paläste lassen sich die hochklassigen Kunden einiges Kosten.

1/12 Im Innern des fliegenden Rolls Royce, dem Gulfstream 550: Das bestausgestattete Privatflugzeug von Jet Aviation bietet Platz für 15 Personen. 9500 Franken bezahlt man pro Flugstunde.
Jet Aviation

   

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Seit zwei Tagen strömen die Reichen und Mächtigen zum alljährlichen Stelldichein nach Davos, um am WEF, geschützt von meterhohen Stacheldrahtzäunen und einem riesigen Polizeiaufgebot, über die Belange der Welt zu diskutieren. Die Anreise fand bei vielen abseits von Linienflügen und mühsamem Gate-Transfer statt. So herrscht also Hochbetrieb bei Anbietern von Privatflügen. Bereits müssen die Maschinen wieder für den Rückflug in Stellung gebracht werden.

Martin Bernegger, Geschäftsführer des Chartergeschäfts bei Jet Aviation für Europa, den Mittleren Osten, Afrika und Asien, spricht von etwa 20 Flugzeugen, welche die Firma manage, die bereits in Zürich gelandet seien. Wer genau in welchem Privatflieger anreist, will Jet Aviation nicht verraten.

Die Ansprüche der Kundschaft seien dabei äusserst verschieden, die genutzten Flugzeuge unterschiedlich gross und ausgerüstet. «Viele Regierungen und Firmen mieten sich Flugzeuge oder verfügen über eigene Jets», erklärt Bernegger. Im Mittleren Osten beispielsweise neige man zu grösseren Flugzeugen. So würden dort oft verschiedene Airbusse oder Boeing Business Jets eingesetzt, welche nicht im Charter-Angebot von Jet Aviation stünden.

Kurzstrecke ab 3500 Franken pro Stunde

Bei den Charterflugzeugen, welche Jet Aviation nach Flugstunden vermietet, seien besonders vier Modelle beliebt. «Für kürzere Flüge, beispielsweise innerhalb Europas, kommen Kleinmaschinen mit acht Passagieren zum Einsatz.» Darin gebe es kein Kabinenpersonal und somit auch keine Möglichkeit, warmes Essen zuzubereiten. Doch billig ist der Flug bei weitem nicht: Das günstigste Angebot, eine Cessna, kostet 3500 Franken pro Flugstunde. Die etwas grössere Embraer Phenom 300, mit Unterhaltungssystem an Bord, etwa 700 Franken mehr.

Bei mittleren Strecken – zum Beispiel nach Dubai – kommt vor allem die Dassault Falcon 2000 zum Einsatz. Hier ist einiges mehr an Luxus inbegriffen. Für 7000 Franken die Stunde kümmert sich eine Cabin-Crew um die Wünsche der Kundschaft. An Esstischen kann ausgiebig gespiesen werden. Wer schlafen will, findet kann dies in vier verfügbaren Betten tun. Passagiere transportiert die Maschine aber nur wenige: «Mit der Falcon können bis zu zehn Gäste reisen», erklärt Bernegger.

Familienreise für 9500 Franken pro Stunde

Längere Flugstrecken mit bis zu 15 Passagieren legen die Reichen der Welt gerne im Gulfstream 550 zurück. «Mit diesem Flugzeug können praktisch alle Ziele in Asien oder an der nordamerikanischen Westküste angeflogen werden», meint Bernegger. Deshalb sei sie vor allem bei Geschäftsleuten aus Asien beliebt, «aber auch Familien reisen gerne mit ihm».

13 Stunden kann die Maschine in der Luft sein. Die Kosten hier: 9500 Franken pro Flugstunde. Die Ausstattung ist hier noch exklusiver als bei der Dassault Falcon. Bei manchen Flugzeugen ist auf Verlangen gar eine Dusche Teil des Angebots. «Dies wünschen in der Regel Kunden, die unmittelbar nach der Landung einen Geschäftstermin wahrnehmen müssen», erklärt Bernegger.

Am WEF in Davos können sich die Besucher übrigens unter anderem mit dem Thema «Carbon Neutral Skies» beschäftigen. Das Projekt sucht Strategien, wie die Flugzeugindustrie ihren Ausstoss an Kohlenstoff massiv reduzieren kann. Ob man da auch über den Verzicht auf Privatflugzeuge diskutiert, ist jedoch nicht bekannt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2012, 13:09 Uhr

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28 Kommentare

Carlo Müller

27.01.2012, 13:42 Uhr
Melden 77 Empfehlung

Ja, ja. Im Privatjet um die halbe Welt fliegen um über "Carbon Neutral Skies" zu fabulieren und dann noch dem einfachen Volk vorschreiben wollen, wieviel CO2 es ausstossen darf. Heuchelei im Quadrat! Antworten


Hans Vögtlin

27.01.2012, 14:48 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Wenn man an die wirklich armen Millionen von Menschen in
unserer missbrauchten Welt denkt, dass Tausende von Ihnen
täglich Hungers sterben oder sonst entsetzlich zugrunde gehen,
wird einem angesichts dieser Reichtums-Protzerei brechübel.
Ihre Profiteure sind dazu noch meistens Angehörige mono-
theistischer Religionen, welche heuchlerisch Demut und
Bescheidenheit predigen. Welche Verrücktheit
Antworten



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