Winterthur: Schutz vor Überschwemmungen

Ein Rückhalteraum in der Hegmatten soll die Stadt Winterthur vor allfälligen Überschwemmungen durch die Eulach besser schützen. Der Kanton würde dafür über 30 Millionen Franken bezahlen.

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Der 570'000 Kubikmeter Wasser fassende Stauraum erfordert Investitionen von 32,9 Millionen Franken. Die Eulach trete zwar selten über die Ufer. Komme es aber dazu, sei das Stadtzentrum Winterthur überschwemmungsgefährdet, heisst es in einer Mitteilung der Baudirektion des Kantons Zürich vom Mittwoch.

Grund dafür seien die vielen Brücken auf Stadtgebiet sowie die Durchlässe unter dem Areal Schleife, unter dem Zentrumsbereich und unter dem Hauptbahnhof. Diese Durchlässe bildeten ein Nadelöhr für die Wassermassen.

Wasser rechtzeitig zurückhalten

Laut dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) können diese Durchlässe nicht vergrössert werden. Die Hochwassserspitzen der Eulach und des Riedbachs sollen deshalb mit einem Rückhalteraum im Gebiet Hegmatten gebrochen werden.

Über einen unterirdischen Kanal, der an den bestehenden Hochwasserentlastungskanal in Hegi anschliesst, wird bei starkem Regen ein Teil des Wassers aus der Eulach in den Rückhalteraum geleitet. Das aufgefangene Wasser wird dann nach dem Abklingen der Hochwasserspitze verzögert in den Riedbach abgeleitet.

Ein Einstau in den Hochwasserrückhalteraum werde im Mittel nur alle 30 Jahre erfolgen, heisst es in der Mitteilung. Ganz voll werde der Stauraum voraussichtlich nur etwa alle 300 Jahre.

Grosses Sparpotential

Die Investitionen von 32,9 Millionen Franken, die vollumfänglich vom Kanton übernommen werden, sind laut AWEL gut angelegt. Bei einem extremen Hochwasser, wie es letztmals 1876 vorkam, müsste heute in Winterthur mit Schäden von über 400 Millionen Franken gerechnet werden.

Mit dem Rückhalteraum könne das Schadenpotential im Stadtzentrum um rund 300 Millionen Franken verringert werden. Um das Schutzziel ganz zu erreichen, sollen später zwei weitere Rückhaltebecken am Mattenbach realisiert werden.

Segelflugfeld wird im Notfall überflutet

Der Rückalteraum Hegmatten umfasst das Segelflugfeld, die Sportplätze sowie angrenzendes Kulturland. Begrenzt wird der Stauraum durch einen neuen Damm im Bereich des heutigen Riedbachs und im Westen durch das ansteigende Gelände. Der kanalisierte Riedbach wird verlegt und erhält ein naturnah gestaltetes Bett.

Am Oberlauf der Eulach in Elsau-Räterschen sind zwei Schwemmholzfänge geplant. Sie sollen allfälliges Treibholz rechtzeitig vor der Eindohlung in Hegi zurückhalten und so einen Rückstau verhindern.

(mro/sda)

Erstellt: 20.08.2008, 18:20 Uhr

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