Winterthur erwägt Bussen am Botellón

In der Altstadt steigt am Freitag ein Botellón. Die Stadt toleriert es, will aber Sünder büssen.

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Drei Wochen nach dem Botellón auf der Zürcher Blatterwiese werden sich morgen Freitag in Winterthur Jugendliche und junge Erwachsene zum gemeinsamen Trinken im Freien treffen. Auf der Internet-Plattform Facebook hat ein Anonymer dazu aufgerufen, und bereits haben sich gut 760 Personen eingeschrieben. Einige bezeichnen sich als Sympathisanten, die nicht teilnehmen werden. Pikant am Winterthurer Botellón ist, dass er mitten in der Altstadt, in der Steinberggasse, stattfinden soll. Diese sei besser aufzuräumen als eine Wiese, meinte der Organisator.

Einfacher wird es dort aber auch die Polizei haben. Das Gebiet ist übersichtlich, die Rechtslage klar. Laut Polizeiverordnung gilt Nachtruhe ab 23 Uhr. Aber auch während der übrigen Zeit dürfen Dritte nicht durch «Singen, Musizieren, lautes Diskutieren, Gejohle und dergleichen» in unzumutbarer Weise belästigt werden. Zur Rechenschaft gezogen werden kann zudem, wer öffentliches Eigentum verunreinigt, verändert oder entfernt: Nebst Bussen müssen Sünder die Reinigungs- und Instandstellungskosten bezahlen.

«Wir haben eine relativ breite Palette an rechtlichen Möglichkeiten», sagt Mark Bona, Departementssekretär von Stadtrat Michael Künzle (CVP). Dazu zählt er auch das Alkohol-Abgabeverbot an Jugendliche unter 16. Und das Obligationenrecht ermögliche es, Anwesende solidarisch für mögliche Schäden haftbar zu machen. «Die Teilnahme an sich ist aber nicht strafbar.»

Wie und ob die Polizei am Freitag durchgreifen wird, will er aus taktischen Gründen nicht sagen. Bona wiederholt eine frühere Aussage Künzles: «Wir wollen Fehlbare so weit als möglich zur Rechenschaft ziehen.» Allerdings wolle die Stadt Augenmass wahren und «nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen». Der Stadtrat habe aber keine Freude daran, wenn es zu einem öffentlichen Trinkgelage komme; eigentlich wäre ein solches bewilligungspflichtig. «Doch wenn kein Gesuch eingeht, können wir keines bewilligen oder ablehnen.»

In Meilen haftet die Organisatorin

Am Samstag findet auch in Meilen beim Horn ein Botellón statt. 104 Facebook-User haben sich bisher angemeldet. Initiantin Dama Zindel (21) ging dabei in die Offensive: So organisierte sie einen eigenen Ordnungs- und Reinigungsdienst und kontaktierte von sich aus die Behörden. Die Gemeinde macht jedoch keine Zugeständnisse und wird den unbewilligten Anlass genau beobachten. Für Folgekosten müsse Zindel aufkommen, heisst es. (rd/may/TA)

Erstellt: 17.09.2008, 21:48 Uhr

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