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«Wir Grünliberalen sind einfach im Trend»

Von Liliane Minor. Aktualisiert am 04.04.2011 1 Kommentar

Thomas Maier, Chef der Zürcher Grünliberalen, und Martin Bäumle, Präsident der nationalen Partei, über ihren Wahlsieg.

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Herr Bäumle, die Grünliberalen sind die grossen Sieger dieser Kantonsratswahl. Was überwiegt für Sie? Die Freude über dieses Resultat – oder der Ärger, dass Sie nicht selbst als Regierungsrat kandidiert haben? Sie hätten gute Wahlchancen gehabt.
Martin Bäumle: Die Freude über den Sieg, ganz klar. Wer weiss denn, was geschehen wäre, wenn Martin Graf und ich angetreten wären? Dann hätten wir uns womöglich gegenseitig Stimmen weggenommen und wären vielleicht beide nicht gewählt. Ich habe in Absprache mit der Kantonalpartei entschieden, nicht zu kandidieren, um die Partei auf nationaler Basis aufbauen zu können – als Regierungsrat könnte ich diese Arbeit nicht leisten.

Was war ausschlaggebend für den Sieg?
Thomas Maier: Unsere Arbeit im Kantonsrat in den letzten vier Jahren. Wir haben gezeigt, dass man Ökologie und Ökonomie verbinden kann, das hat die Wähler überzeugt. Wir haben ja schon bei den Gemeindewahlen vielerorts mehr als zehn Prozent der Stimmen geholt. Japan hat uns sicher zusätzlichen Rückenwind verschafft, weil wir ja schon immer eine klare Position in Sachen Atomausstieg hatten.

Was schätzen Sie, wie viel hat Japan ausgemacht?
Maier: Da lege ich mich nicht fest.Bäumle: Das hat uns wohl drei, vier zusätzliche Sitze gebracht. Aber wichtiger war, dass sich gerade die Zürcher GLP stark in der Finanzpolitik positionieren konnte. Und was uns auch geholfen hat: Wir sind einfach im Trend.

Erfolg bringt auch Verantwortung. Haben Sie genug gute Leute, um die neun zusätzlichen Sitze zu besetzen? Das war ja in den letzten Jahren eines der Probleme der GLP.
Maier: Wir haben fast überall volle Listen mit jungen, guten Leuten. Die haben zwar keine politische, aber grosse berufliche Erfahrung. Aber natürlich kann man nie ausschliessen, dass jemand sich als ungeeignet erweist.Bäumle: Wir haben das klassische KMU-Problem, wir wachsen schnell und müssen rasch gute Leute nachziehen. Das ist nicht einfach, aber auch eine super Chance. Die Zürcher Sektion hat bewiesen, dass man das kann. Sie ist sehr gut aufgestellt – in anderen Kantonen haben wir da mehr Probleme.

Glauben Sie, dass die GLP unter diesen Umständen stabil ist? Könnte es nicht sein, dass sie am Ende doch eine Eintagsfliege ist?
Maier: Das hat man uns bei den letzten Wahlen auch schon gesagt. Aber ich sage, geniessen wir doch einfach den Erfolg heute, und dann leisten wir vier Jahre lang gute Arbeit. Dann werden die Wähler das auch honorieren.

Stichwort Finanzpolitik: Grüne und SP kritisieren, die GLP sei vor allem eine Sparpartei. Was werden die Schwerpunkte in den nächsten vier Jahren sein? Umwelt oder Geld?
Maier: Mit dieser Einschätzung bin ich nicht einverstanden. Unser wichtigster Erfolg in den letzten vier Jahren war der Gegenvorschlag zu unserer 2000-Watt-Initiative, den der Kantonsrat angenommen hat. Nun muss der CO2 im Kanton um zwei Drittel gesenkt werden. Sicher werden wir aber auch in den nächsten vier Jahren weiter mit Argusaugen darauf achten, dass das Budget nicht aus dem Ruder läuft. Gespart wird wegen uns übrigens kein Franken, wir wollen nur nicht immer mehr ausgeben.

Die Grüne Fraktionschefin Esther Guyer sagte, der GLP stehe der Elchtest noch bevor, nämlich sich zu positionieren, wenn es darum gehe, Geld in die Hand zu nehmen, um aus der Atomenergie auszusteigen. Wie wird sich die GLP in dieser Frage positionieren?
Maier: Es ist ein Irrtum, zu glauben, der Atomausstieg koste mehr. Das haben die Berechnungen des Bundes gezeigt.Bäumle: Den Elchtest werden eher die Grünen machen müssen, die wollen nämlich den Schnellausstieg. Aber der ist teuer. Wir suchen einen pragmatischen Zwischenweg. Dafür brauchen wir aber die Unterstützung von Rot-Grün sowie den gemässigten Bürgerlichen. Ganz dringend nötig ist es zudem, dass der Axpo-Kanton Zürich umdenkt.

Ist das ein Auftrag an Thomas Maier?
Bäumle (lachend): Nein, an mich selbst, ich bin schliesslich im Verwaltungsrat der EKZ. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.04.2011, 23:22 Uhr

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1 Kommentar

maja naef

04.04.2011, 08:15 Uhr
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Jeder der gewollt hätte, dass die GLP in den Regierungsrat kommt, hätte Martin Bäumle aus eigenständigem Denken heraus wähen können. Antworten



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