Zürich
«Wir hatten nur eine einzige Chance»
Interview: Pia Wertheimer. Aktualisiert am 15.09.2011 1 Kommentar
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Der Bordfotograf
Andri Spinas (Major, 47) ist Berufsbordoperateur der Luftwaffe und auf dem Flugplatz Dübendorf stationiert. Er ist zugleich FLIR Operateur (im Super Puma mit Infrarotsystem, welcher für Such-, Aufklärungs- und Rettungsflügen eingesetzt wird) und Bordfotograf der Schweizer Luftwaffe.
Als solcher schiesst er Bilder aus den verschiedensten Flugzeugen der Armee. Er lichtet andere Maschinen wie Helikopter, Jets oder Propellermaschinen bei Einsätzen ab. Die Armee beschäftigt acht Berufsbordfotografen. Diese werden auch als Operateure im Vermessungsflugdienst eingesetzt.
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Herr Spinas, Sie sind der Mann, der gestern spektakuläre Bilder des A380 der Lufthansa schoss. Und zwar aus dem hinteren Cockpit einer F/A-18. Wie oft machen Sie das?
Ich selbst hatte erstmals einen A380 vor der Kamera. Ich sitze aber für andere Fotoaufträge jährlich mindestens vier- bis sechsmal in einem Kampfjet. Das sind die spektakulärsten Einsätze, vor allem für das Publikum. Die meisten Fotoflüge führen wir aber in Helikoptern im Auftrag der Armee oder des Bundes durch.
Was war am gestrigen Auftrag speziell?
Es musste sofort funktionieren und zwar auf Anhieb. Für diese Bilder hatte ich nur eine Chance. Wir mussten den Einsatz minutiös planen, auf die geografischen Begebenheiten – bekannte Berge oder Täler – aber auch auf die Beleuchtung achten. Es ist eine Teamleistung der beteiligten Piloten und der Berufsbordfotografen. Und manchmal braucht es auch eine Portion Glück.
Ist nicht auch Schnelligkeit am Auslöser gefragt?
Nein. Was schnell ist, sind die beteiligten Flugzeuge. Weil die Militärjets und der Airbus aber mit derselben Geschwindigkeit unterwegs waren, hatte ich als Fotograf Zeit, um auf den richtigen Moment zu warten. Zudem haben wir den Flug mit der Besatzung der Lufthansa abgesprochen. Als Bindeglied sass ein Milizpilot der Schweizer Luftwaffe im Cockpit des Airbusses.
Sie betrachten während spektakulären Manövern der F/A-18 die Welt durch die kleine Linse eines Fotoapparats. Wird Ihnen dabei nie speiübel?
Normalerweise nicht. (Schmunzelt.) Wir sind aber keine Maschinen und so kann es durchaus vorkommen, dass man an seine körperlichen Grenzen stösst. Das liegt in der Natur der Sache und ist stark vom jeweiligen Trainingsstand abhängig. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.09.2011, 11:52 Uhr
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