Zürich
«Wir verlangen wenig, damit es mit der Integration klappt»
Von Liliane Minor. Aktualisiert am 18.05.2010 47 Kommentare
Freut sich über die Diskussionen, die die neue Kampagne ausgelöst hat: Michael Rüegg, Sprecher der Justizdirektion (Bild: Thomas Burla)
Artikel zum Thema
- «Bis aaschtändig zu de Fraue»
- «Blöd», «absurd» und «diskriminierend»
- Materialien für mündige Bürger
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Die Reaktion von Kantonsräten auf die Integrationskampagne sind vernichtend. Was sagen Sie dazu?
Damit müssen wir leben. Wir wollten von Anfang an etwas, das polarisiert und zu reden gibt. Allerdings waren die direkten Reaktionen, die ich erhalten habe, viel positiver. Vor allem Migrantinnen und Migranten haben sie recht positiv aufgenommen.
Es gab schon bisher eine Kampagne zur Integration. Was ist an der neuen besser?
Die neue Kampagne spricht echte Themen direkt an, ohne allen Schweizern und Schweizerinnen vorzuwerfen, sie seinen tief drin ein bisschen rassistisch. Zudem wurde die alte Kampagne kaum wahrgenommen.
Wird das überprüft?
Niemand, den wir darauf angesprochen haben, hat die alten Schwarzweissplakate je bemerkt. Über die neuen Sujets wird jetzt schon mehr geredet als über die bisherigen. Ob wir die Wirksamkeit wissenschaftlich überprüfen lassen, wissen wir noch nicht.
Es wird kritisiert, die Kampagne komme im Stil «mahnend erhobener Zeigfinger» daher.
Man kann sie auch anders lesen: dass wir im Grunde recht wenig verlangen, damit es mit der Integration klappt. Das ist die Botschaft.
Warum ist der Haupttext der Plakate Schweizerdeutsch?
Wir wollten, dass die Aussagen authentisch klingen.
Damit besteht aber die Gefahr, dass jene, die angesprochen werden sollen, die Texte gar nicht erst lesen.
Ich glaube, wenn ich an einem Plakat vorbeiginge, auf dem ein kleiner Text neben meiner Landesflagge stünde, dann würde ich ihn auch lesen. Aber es stimmt schon, es braucht dafür ein gewisses Grundinteresse am Thema. Das ist allerdings das Problem jeder Kampagne.
Heisst das, es ist Ihnen bewusst, dass die Wirkung bescheiden ist?
Es ist sicher enorm schwierig, über eine Kampagne das Verhalten zu steuern. Man kann damit aber Diskussionen anregen. Und wir können dem verunsicherten Mittelstand den Rücken stärken, ihm zeigen, dass wir etwas tun. Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 18.05.2010, 13:45 Uhr
Kommentar schreiben
47 Kommentare
@ Eddy Keller: Lieber Herr Keller, was meinen Sie nun eigentlich mit "Deutsch"? Langsam wird man irre daran,denn gerade "Deutsch"schweizer" träumen sich doch in eine Separatkultur und Separatsprache hinein:im Gegensatz zu Tessinern oder Romands leugenen sie einfach die Verwandschaft zum grösseren Nachbarn.Weltfremdes "Wunschdenken" nennt man das! Antworten
Grauenhafte Sujets, aber das ist Geschmackssache. Ich frage mich, welche Zielgruppe damit erreicht werden soll. Zum Beispiel der, der 2400 im Monat verdient und nichts beiseite legen kann? Oder Dealer die nebenbei noch Sozialhilfe kassieren? Einbruchstouristen? Antworten
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

