Zürich
«Wir verzichten gerne auf ein paar Autofahrer»
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 09.09.2011 112 Kommentare
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Freut sich auf eine verkehrsberuhigte Stadt: Gastronom Stefan Tamò.
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Die Städteinitiative ist das neue Schreckgespenst des Gewerbes. Sobald die Initiative in Kraft tritt, hat die Stadt noch zehn Jahre Zeit, um den ÖV und Langsamverkehr gegenüber dem gesamten Verkehrsaufkommen um 10 Prozentpunkte zu erhöhen. Analog dazu muss der Autoverkehr um 10 Prozent abnehmen. Die Gewerbetreibenden sehen sich dadurch in ihrer Existenz bedroht.
Sollte die Initiative umgesetzt werden, «wäre das eine Katastrophe», sagt etwa Andreas Honegger, Vizepräsident des Gewerbevereins Seefeld. Er glaubt, dass im Seefeld praktisch alle Läden auf Kunden von ausserhalb der Stadt angewiesen sind. Sollten ihnen Steine in den Weg nach Zürich gelegt werden, würden diese Geschäfte ausnahmslos verschwinden. Besonders hart betroffen seien alle Läden, die Produkte verkaufen, die grösser sind, als dass man sie in eine Tasche packen kann. Doch auch die Zürcher Kundschaft sei auf das Auto angewiesen. Den Alltag vermehrt ohne Auto zu bestreiten, hält er für «schlicht nicht lebenspraktisch».
«Unser Publikum bewegt sich intelligent»
Die weiteren Zürcher Gewerbeverbände denken ähnlich. Gewerbetreibende, die die Städteinitiative befürworten, sind die Ausnahme. Einer von ihnen ist der Gastronom Stefan Tamò. Zusammen mit seinen Partnern betreibt er fünf Restaurants in der Stadt, zu seinen Betrieben zählen unter anderem die Markthalle im Kreis 5 und das Restaurant Ziegelhütte im Kreis 12.
«Unser Publikum ist es gewohnt, sich im städtischen Verkehr intelligent zu bewegen. Mit ÖV, dem Velo oder zu Fuss», sagt Tamò. Dass die Stadt bereits jetzt beabsichtigt, die Langstrasse zu beruhigen, begrüsst er. Damit werde die Lebensqualität im Quartier steigen, ist er überzeugt. «Dafür verzichten wir gerne auf die Gäste, die sich von einem Besuch abhalten lassen, wenn sie nicht mit dem Auto kommen können.»
In einem Punkt sind sich alle einig
Das gelte nicht nur für die Gäste seiner Restaurants, sondern auch für die Kunden in der Markthalle. Wer seinen Einkauf nicht nach Hause tragen wolle, könne ihn sich auch von einem Fahrrad-Lieferdienst bringen lassen. «Ich bin sehr dafür, dass man innovative Lösungen für die Probleme der Gegenwart sucht.»
In einem Punkt sind sich Honegger und Tamò aber einig. Es geht weder ganz ohne Auto- noch ganz ohne Langsamverkehr. «Die Durchmischung ist extrem wichtig», sagt der Vertreter des Gewerbes im Seefeld. Und für den Gastronomen hört die Verkehrsberuhigung dort auf, wo seine Lieferanten seine Lokale nicht mehr erreichen können. Das beabsichtigen allerdings auch die Initianten nicht, sie wollen den motorisierten Privatverkehr in erster Linie dort abbauen, wo er nicht durch «objektive Sachzwänge» begründet ist. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.09.2011, 12:00 Uhr
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112 Kommentare
Was in Stockholm, Oslo, London, Prag, Edinburgh und der Innenstadt von Rom schon der Alltag ist (limitierter Privatvhr durch Road-pricing und Fahrverbote) wird wie üblichen im hinterwäldlerischen Zürich heftig debattiert. Alle diese Städte sind belebter als je zuvor! Aber ja klar, In Zürich wo es das beste ÖV-System hat,braucht es unbedingt Autos. Individualverkehr ist von gestern! Antworten
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