«Wir wehren uns gegen Kadavergehorsam»

Aktualisiert am 10.03.2010

Die beiden ehemaligen Mitarbeiterinnen des Zürcher Sozialdepartementes Margrit Zopfi und Esther Wyler wollen Whistleblower unterstützen und haben dafür einen Verein gegründet.

Wollen eine «Alternative zum gleichgültigen Mitläufertum» bieten: Esther Wyler und Margrit Zopfi.

Wollen eine «Alternative zum gleichgültigen Mitläufertum» bieten: Esther Wyler und Margrit Zopfi.
Bild: Thomas Burla

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Mit «Procourage» wollen sie jenen beistehen, die «Unrechtes und Ungutes» öffentlich machen. «Procourage» sei ein Forum, auf dem sich Gleichgesinnte austauschen könnten, schreiben die beiden Vereinsgründerinnen auf der Website www.procourage.ch. Ziel sei es Missstände in Verwaltung, Justiz, Politik und Wirtschaft nicht zu vertuschen, sondern öffentlich zu machen. Mehrere Medien vermeldeten am Mittwoch die Vereinsgründung vom letzten Samstag.

«Wir wehren uns gegen Kadavergehorsam, gegen die Beamtenmentalität des schweigenden Vollstreckens und möchten eine Alternative bieten zum gleichgültigen Mitläufertum», schreiben Wyler und Zopfi. Die erste Aktivität von «Procourage» wird am kommenden Montag stattfinden: Im Kiwanis Club Zürich-Oerlikon reden die beiden entlassenen Sozialhilfe-Controllerinnen zum Thema «Zivilcourage = zu viel Courage?».

Kritik an Monika Stocker

Zopfi und Wyler machten im Frühling 2007 Missstände in der Zürcher Sozialhilfe publik und griffen die Stadträtin Monika Stocker heftig an. Die Stadt zeigte die beiden Frauen wegen Amtsgeheimnisverletzung an. Das Bezirksgericht sprach die beiden fristlos Entlassenen zwar vollumfänglich frei, die Stadt zog das Urteil jedoch ans Obergericht weiter. Das zweitinstanzliche Urteil wurde noch nicht gefällt. Nebst dem Jobverlust hatten die beiden Frauen auch zahlreiche Anfeindungen zu verkraften. (fsc/sda)

Erstellt: 10.03.2010, 10:45 Uhr

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