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«Wir wollten Aleksandra Comagic – und nur sie»

Von Claudia Imfeld. Aktualisiert am 17.07.2009 18 Kommentare

Aleksandra Comagic kann in Zürich bleiben und eine Lehre als Pharma-Assistentin machen. Ihre künftige Chefin wollte die 15-Jährige unbedingt, obwohl sie noch keine Aufenthaltsbewilligung hat.

Aleksandra Comagic (rechts) und ihre künftige Chefin Francine Lugon.

Aleksandra Comagic (rechts) und ihre künftige Chefin Francine Lugon. (Bild: Claudia Imfeld)

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«Wer so viel Power hat und fast sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht hat, dem sollte man eine Chance geben», findet Francine Lugon, stellvertretende Geschäftsführerin der AA1 Apotheke am Lindenplatz in Zürich-Altstetten. Sie kennt Aleksandra Comagic, seit sich diese in der Filiale an der Badenerstrasse um eine Lehrstelle beworben hat. An einem Schnuppertag überzeugte die 15-Jährige. «Sie ist enorm fleissig und will etwas erreichen», sagt Lugon. Sie freut sich sehr, dass die Familie nach einem Entscheid des Verwaltungsgerichts vom Donnerstag nun doch in der Schweiz soll bleiben können.

Rezepte in Geheimsprache

Pharma-Assistentin ist Aleksandras Traumberuf. Schon als kleines Mädchen räumte sie die Hausapotheke ihrer Mutter aus und spielte damit Apothekerladen. «Meine Tante in Serbien ist Apothekerin», sagt Aleksandra. Und so habe sie als Kind Unmengen von Rezepten geschrieben – «in einer Geheimsprache», erzählt sie gegenüber Tagesanzeiger.ch. An dem Beruf gefällt ihr auch, dass sie nach der Lehre Weiterbildungsmöglichkeiten hat. «Ich möchte später im Pharma-Bereich etwas mit Management machen», sagt sie.

Als die künftige Lehrtochter am Donnerstagnachmittag in der Apotheke erscheint, schütteln ihr die Angestellte die Hand und beglückwünschen sie. Alle wissen über das positive Gerichtsurteil Bescheid. Aleksandra lächelt. «Ich bin den Menschen hier sehr dankbar. Sie hielten zu mir trotz der langen Ungewissheit.» Das war bei anderen Betrieben anders. Aleksandra hat an mehreren Orten geschnuppert. Sie ist überzeugt: «Schliesslich klappte es nicht, weil nicht sicher war, ob ich eine Aufenthaltsbewilligung bekomme.»

«Ich hoffe, ich werde allen gerecht»

Francine Lugon war sich des Risikos durchaus bewusst. «Aber wir wollten Aleksandra – und nur sie.» Hätte die junge Frau die Schweiz verlassen müssen, dann wäre die Lehrstelle unbesetzt geblieben. Aleksandra passe gerade auch wegen ihrer Geschichte in das «Multikulti-Team» der Apotheke mit Angestellten aus Spanien, der Türkei, Italien, Deutschland und Afrika, so Lugon. Der Geschäftsfrau ist es wichtig, «gute Leute, die mit Leidenschaft an der Arbeit sind, zu unterstützen». Denn mit motivierten Angestellten erreiche man die höchste Kundenzufriedenheit.

Aleksandra ist trotz allem etwas bange zumute, wenn sie daran denkt, dass sie am 17. August in der Apotheke anfangen wird. «Ich hoffe, ich werde allen gerecht.» Der Gedanke, plötzlich mitten im Erwachsenenleben zu stehen, sei etwas komisch.

Fest mit prominenten Musikern

Aber erstmal geht sie mit ihrer Mutter und ihrer Zwilligsschwester, die auf diesen Herbst noch eine Lehrstelle als Dentalassistentin sucht, in die Ferien. «Dann können sich die vielen guten Nachrichten vielleicht etwas setzen», sagt Aleksandra. Wenn die 30-tägige Einsprachefrist gegen den Gerichtsentscheid abgelaufen ist, will die Familie ein grosses Fest machen, meldet «Radio 1». Noch vor den Herbstferien soll in der Kirche Enge eine Feier mit prominenten Schweizer Musikern stattfinden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.07.2009, 11:04 Uhr

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18 Kommentare

Ruedi Tschudi

17.07.2009, 16:42 Uhr
Melden

Mit Lug und Trug Schweizern die Stelle wegnehmen und dann auch noch stolz darauf sein. In dieser Apotheke kaufe ich sicher nicht ein! Antworten


markus probst

20.07.2009, 09:02 Uhr
Melden

Die Mädchen sind für den Mist, den ihre Eltern gebaut haben, nicht verantwortlich. Ich mag es beiden von Herzen gönnen, dass sie hier bleiben dürfen! Erschreckend bünzlige Kommentare hier!! Antworten



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