Zürich

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

Wo die Steuern sinken

Von Janine Hosp. Aktualisiert am 19.01.2012 45 Kommentare

Fast jede zweite Gemeinde im Kanton Zürich kann dieses Jahr die Steuern senken, manche gar massiv.

Steuerfüsse 2012 in den Zürcher Gemeinden.

Steuerfüsse 2012 in den Zürcher Gemeinden.
Bild: TA-Grafik / Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich

Artikel zum Thema

Gemeindesteuersätze 2012

siehe Tabelle am Ende des Artikels.

TA-Steuertelefon

Der «Tages-Anzeiger» bietet seinen Leserinnen und Lesern auch dieses Jahr unentgeltliche telefonische Beratung zu allen Fragen zur Steuererklärung an. Wir konnten dafür je vier Experten vom VZ Vermögenszentrum und vom Beratungsunternehmen KPMG in Zürich gewinnen. Das Steuertelefon wird am Montag, 13. Februar, und Montag, 12. März, in Betrieb sein. Telefonnummer und Zeit werden einige Tage zum Voraus bekannt gegeben. (TA)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Der Kanton Zürich, so könnte man meinen, habe soeben eine Einwanderungswelle von Multimillionären erlebt. Die kleine Gemeinde Dinhard bei Winterthur kann ihren Steuerfuss gleich um 18 respektiv 14 Prozentpunkte senken, Freienstein-Teufen um 13 Prozentpunkte, Seuzach ebenfalls. Fast jede zweite Gemeinde reduziert dieses Jahr die Steuerlast, wenn auch nicht jede in dem Ausmass wie Dinhard.

Die Bilanz des Steuerjahrs 2012: 9 Gemeinden erhöhen den Steuerfuss, 81 belassen ihn, und 78 können ihn senken – so viele wie kaum je zuvor. In drei Gemeinden schliesslich – Adlikon, Truttikon und Zollikon – ist der Steuerfuss noch nicht festgesetzt, weil das Budget zurückgewiesen wurde.

Ein Multimillionär beeinflusste die Steuern

Grund für die sinkenden Steuerfüsse sind aber nicht immigrierte Millionäre, sondern ganz unspektakulär der neue Finanzausgleich des Kantons Zürich, der auf den 1. Januar in Kraft getreten ist. Viele Gemeinden, die jetzt den Steuerfuss senken, hätten dies gerne schon früher getan, verzichteten jedoch, weil sie kein Geld mehr aus dem Steuerkraftausgleich erhalten hätten – schliesslich ging es um Millionen. Nun, da dieser durch andere Mechanismen ersetzt worden ist, holen sie dies nach. Es sind vor allem kleine und mittlere Gemeinden im Zürcher Oberland und um Winterthur, die die Steuern dank des Finanzausgleichs nun senken können.

Es gibt allerdings einen Multimillionär, der dieses Jahr die Steuern beeinflusste. Ivan Glasenberg, CEO des Rohstoffhändlers Glencore, hatte sein Unternehmen im Frühling an die Börse gebracht und war richtiggehend von Geld überschwemmt worden. Und da neben ihm noch weitere Manager von Glencore in Rüschlikon wohnen, schenkte der Börsengang auch bei der Gemeinde ein; sie konnte den Steuerfuss gleich um 7 Prozentpunkte auf 72 Prozent senken und verfügt nun über den tiefsten Steuerfuss im Kanton. Die Gemeinde Neerach, die bisher den Spitzenplatz innehatte, musste den ihren wegen des Finanzausgleichs auf 76 Prozent erhöhen.

Tiefe Steuerfüsse sinken kaum

Nur gerade neun Gemeinden erhöhen sicher den Steuerfuss. Laut Heinz Montanari, Leiter der Abteilung Gemeindefinanzen beim Kanton, müssen dies nur die wenigsten wegen des Finanzausgleichs tun, denn der Kanton finanziert einen grossen Teil davon und steckt mehr Geld hinein; er holt von den Gemeinden 660 Millionen und verteilt selber rund eine Milliarde Franken. So gleichen sich die Steuerfüsse wie beabsichtigt etwas an – die hohen sinken, und die tiefen sinken nicht noch weiter.

Auch das Spitalplanungs und -finanzierungsgesetz des Kantons sollte die Gemeinden eigentlich entlasten. Diese senken deswegen die Steuern aber nur sehr zögerlich; sie können zurzeit erst schwer abschätzen, wie sich das Gesetz finanziell auf sie auswirken wird.

Der «Club der unter 100» – der Gemeinden, die einen Steuerfuss unter 100 Prozent erheben – wächst so weiter. Und verliert an Exklusivität. Nicht nur noble Goldküstengemeinden oder solche im Pilotengürtel um den Flughafen sind nun darin vertreten, sondern auch einfache Dörfer wie Dinhard oder Freienstein-Teufen. Hinausgefallen ist keine. Selbst wenn Zollikon, wie es diskutiert wird, den Steuerfuss erhöhen sollte, bleibt die Gemeinde drin. Die Goldküste glänzt also weiter.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.01.2012, 11:19 Uhr

45

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

45 Kommentare

Martin Müller

19.01.2012, 13:34 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Vor einem Jahr habe ich noch in Wiesendangen gewohnt, jetzt lebe ich in Winterthur. Das macht von 87 auf 122, also +35 für mich! Da muss man sich schon fragen, obs nicht einen Stadt-Land-Ausgleich braucht. Oder Gebühren für alle Auswärtigen, die mit einem sehr tiefen Steuersatz die von uns Stadtbewohnern bezahlte Infrastruktur belasten. Antworten


Anton Sterchi

19.01.2012, 14:13 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Es gibt leider auch Gemeinden mit steigendem Steuersatz und dies nur aus einem Grund, höhere Beiträge in den kantonalen Finanzausgleich. Wir sind die Leidtragenden, da in vielen Gemeinden nicht gestart wird, kein Problem sie werden ja allimentiert durch andere. Beispiel Stadt Zürich mit ihrem 80 Mio. CHF teueren Hafenkranscheiss, den wir mitfinanzieren und dazu nichts sagen dürfen. Antworten



Zürich

Lokalverzeichnis

Werbung

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?




Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.