Zürich

ZVV: 800 Millionen Defizit in zwei Jahren

Der Kantonsrat hat dem Zürcher Verkehrsverbund für die Jahre 2012 und 2013 knapp 800 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Damit werden die Kosten übernommen, die der ZVV nicht selber decken kann.

Fahrzeugpark ausgebaut: Neuer ZVV-Zug anlässlich der Zugtaufe im September 2011.

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Bild: Keystone

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Die millionenschwere Vorlage war unbestritten und wurde vom Rat mit 160:0 Stimmen gutgeheissen. Von links bis rechts gab es Lob für den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Der Verkehrsverbund sei innovativ, funktioniere gut und der Ausbau erfolge in massvollem Stil. «Da erübrigt sich ein langes Palaver», meinte SP-Sprecher Peter Stutz (Embrach).

Mit seinem kundenorientierten Angebot leiste der ZVV auch einen wichtigen Beitrag zur Standortattraktivität der Region Zürich, stellte Alex Gantner (FDP, Maur) fest. Zwingend nötig seien jedoch mehr Kostentransparenz und Kostenwahrheit. «Sonst leben wir von der Substanz und bekommen später die Rechnung präsentiert.»

«Erschreckend tief»

Beim Kostendeckungsrad hakte auch Lorenz Habicher (SVP, Zürich) ein. Dieser sei beim öffentlichen Verkehr allgemein ungenügend und bei neuen Angeboten mit 25 bis 35 Prozent «erschreckend tief». Daraus resultierten für die Gemeinden nicht zu unterschätzende Belastungen.

Investitionen in den öffentlichen Verkehr seien gut investiertes Geld, hielt Andreas Wolf (Grüne, Dietikon) den Kritikern entgegen. Hauptziel des ZVV sei es, mit einem zuverlässigen und gut ausgebauten Angebot die Leute auf den öffentlichen Verkehr zu bringen. Dafür brauche er auch die finanziellen Mittel.

2012 über 400 Millionen im Minus

Der öffentliche Verkehr im Kanton Zürich entwickle sich erfreulich, stellte Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker fest. Der ZVV habe seine Kosten im Griff. Dass der Kantonsrat in einer halben Stunde parteiübergreifend 798 Millionen Franken bewilligen könne, sei der grösste Vertrauensbeweis für den ZVV.

Für 2012 ist eine Kostenunterdeckung von 393,5 Millionen Franken budgetiert. 2013 nimmt die Kostenunterdeckung um 11,2 Millionen Franken auf 404,7 Millionen Franken zu. Den Anstieg begründete Stocker mit höheren Kapitalkosten für die neuen S-Bahn-Züge, höheren Abgeltungen an die SBB und dem geplanten Angebotsausbau.

(ep/sda)

Erstellt: 16.01.2012, 15:06 Uhr

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