Zürich
«Zeit der Preisexzesse ist vorbei»
Von Philipp Albrecht. Aktualisiert am 17.08.2010 11 Kommentare
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«Der Markt im obersten Preissegment ist ruhiger geworden», sagt Makler André J. Ginesta. Der Inhaber der Ginesta Immobilien AG in Küsnacht blickt auf 40 Jahre Erfahrung im Markt zurück und ist überzeugt, dass die Abschaffung der Pauschalbesteuerung «die überrissenen Preise» im Hochpreissegment wieder in den normalen Bereich zurückholte. «Pauschalbesteuerte Käufer haben zuvor bedenkenlos realitätsferne Preise bezahlt, weil sie gleichzeitig fast keine Steuern zahlen mussten», erklärt Ginesta. Nun sei man preisbewusster geworden, weil die einst Privilegierten bald normal Steuern zahlen wie alle anderen. Dem kantonalen Steueramt zufolge verliessen bis Ende Juli bereits 30 von rund 200 Pauschalbesteuerten den Kanton.
Ohne Steuerersparnisse keine überrissenen Preise
Ginestas Feststellung teilt auch Felix Rapold vom Immobilienunternehmen Kuoni, Müller und Partner: «Einer unserer Kunden verkaufte gleich nach der Abstimmung im Februar 2009 ein Objekt wieder, das er zuvor über uns erworben hatte.» Das sei auch nachvollziehbar, meint Rapold, denn schliesslich lohne sich der Kauf eines sehr teuren Hauses nicht mehr, wenn man plötzlich die 2 bis 3 Millionen Steuern jährlich nicht mehr sparen kann. Diese Leute würden nun in die Kantone Schwyz und Zug weiterziehen, vorzugsweise in Gemeinden wie Lachen oder Wollerau, die nahe bei Zürich liegen und sonst schon tiefe Steuersätze haben.
Etwas vorsichtiger formuliert es Michael Blaser, CEO von Wüst & Wüst mit Sitz in Zollikerberg: «Die Zeit der Preisexzesse ist zwar vorbei, von einem Wertzerfall kann aber nicht die Rede sein.» Überrissene Preise würden nicht mehr bezahlt, weil die Steuerersparnisse wegfallen. Nach wie vor gebe es aber fast keine guten Liegenschaften auf dem Markt. Dafür könne man nun durch die tieferen Preise keine zweitklassigen Liegenschaften mehr zum Preis einer erstklassigen verkaufen. «Das hat positive Effekte für unsere Branche: Es braucht wieder mehr Fachwissen und Erfahrung, um Liegenschaften besser einschätzen zu können.» Dass die Branche allerdings auch von den überrissenen Preisen profitierte, will Blaser nicht abstreiten: «Das war aber höchstens kurzfristig. Langfristig bringen uns astronomische Preise nichts.»
Gewisse Gemeinden könnten die Auswirkungen spüren
Bleibt die Frage, ob sich die fallenden Preise auf die Steuereinnahmen auswirken. Adrian Hug, Chef des kantonalen Steueramtes kann das nicht bestätigen: «Fallende Preise betreffen höchstens einzelne Gemeinden, da die Grundstückgewinnsteuer zurückgeht.» Diese Steuer ergibt sich aus der Differenz vom einstigen Kaufpreis und jetzigen Verkaufspreis eines Hauses.
Dass die Gemeinden bisher enorm von der Grundstückgewinnsteuer profitierten, stellte auch André J. Ginesta fest. Darum glaubt er auch, dass eine gesamtschweizerische Abschaffung der Pauschalbesteuerung in gewissen Kantonen auf viel Opposition stossen würde: «In einigen steuergünstigen Gemeinden gäbe das einen ziemlichen Radau.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.08.2010, 13:19 Uhr
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11 Kommentare
Die Steuereinnahmen steigen und fallen nicht: Denn entweder bezahlt der Pauschalbesteuerte jetzt richtig Steuern, oder seine teure Liegenschaft wird von jemandem gekauft, der richtig Steuern bezahlt. Die Finanzchefin von Küsnacht hat das selber vorgerechnet. Antworten
Neulich beim Hauskauf: "Frau Maklerin, haben Sie keine Ahnung von Immobilien, oder wie rechtfertigen Sie diesen zu hohen Preis?". "ja, Der Verkäufer will das so!*Achselzuck*. Verkäufer:"Ja, des Maklers Provisionen...". *Achselzuck* Fazit: Makler raus, Haus 60'000.- günstiger! Ha!, Ihr inkompetenten heuchlerischen Preistreiber. Antworten
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