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Zu viele Kolibakterien im Planschbecken

Von Helene Arnet. Aktualisiert am 06.09.2011 4 Kommentare

Das kantonale Labor hat diesen Sommer die Kinderplanschbecken in den Freibädern genauer unter die Lupe genommen. Der Befund: In einigen Bassins kann Wasserschlucken krank machen.

Ungetrübte Badefreude: Das Planschbecken in der Badi Mythenquai fiel bei den Kontrollen nicht durch.

Ungetrübte Badefreude: Das Planschbecken in der Badi Mythenquai fiel bei den Kontrollen nicht durch.
Bild: Beat Marti

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Badeknigge für die Kleinen

Die Eltern haben es bis zu einem gewissen Mass selbst in der Hand, die Wasserqualität in Planschbecken zu verbessern. Drei Tipps:


  • Kinder zu Hause auf den «Topf» setzen, bevor man ins Freibad geht.

  • Auch Kleinkinder sollten duschen, bevor sie ins Planschbecken hüpfen.

  • Badewindeln verwenden. Sie sind zwar nicht ganz dicht, aber klar besser als einfache Badehosen oder gar nichts. In manchen Freibädern sind Badewindeln ohnehin obligatorisch.

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Erst wurden zu viele Kolibakterien im Planschbecken festgestellt, einige Tage später gar Salmonellen. Der Einstand des Schlieremer Biobades gestaltet sich schwierig. Doch ist Schlieren kein Einzelfall. Andreas Peter vom kantonalen Labor sagt: «Die Kinderplanschbecken sind die Achillesferse der Freibäder.» Das kantonale Labor hat dieses Jahr erstmals konsequent die Wasserqualität aller Becken der Freibäder unter die Lupe genommen und dabei in 5 Prozent der 180 Becken «mikrobiologisch abweichende Werte» festgestellt. Mehrheitlich in den Planschbecken. Andreas Peter betont: «Solche erhöhten Werte heissen nicht automatisch, dass die Badegäste direkt gesundheitlich gefährdet sind.» Trotzdem bestehe Handlungsbedarf.

Zu wenig Chlor

Dass die Kleinen gelegentlich auch mal «was Grosses» ins Becken machen, ist nicht neu. Doch reicht dies als Erklärung nicht aus. Die Untersuchungen des kantonalen Labors haben ergeben, dass in einigen Freibädern mit traditioneller Wasseraufbereitung der Chlorgehalt in den Planschbecken zu gering ist. Dies wiederum kommt daher, dass die Kinderbecken punkto Wasseraufbereitung zuweilen stiefmütterlich behandelt werden und lediglich mit wiederaufbereitetem, also nur noch leicht chlorhaltigem Wasser gespeist werden. Ein separates Dosiersystem, welches bei Bedarf zusätzlich Chlor einträgt, fehlt vielerorts – aus Kostengründen wurde es nur bei grösseren Becken installiert.

Auch Hermann Schumacher, Bäderchef der Stadt Zürich, bestätigt: «Die Kinderplanschbecken brauchen besondere Aufmerksamkeit.» Allein schon, weil sie weniger Wasservolumen haben. Daher richten die Stadtzürcher Badi-Betreiber ein besonderes Augenmerk auf sie. So sind diese in den Wasserkreislauf der Nichtschwimmerbecken einbezogen. Zudem wird die Wasserqualität nicht nur automatisch, sondern dreimal täglich zusätzlich von Hand gemessen. Mit Erfolg: Die Qualitätskontrolle durch ein Privatlabor hat keine Beanstandungen ergeben. Für die Kontrolle der städtischen Freibäder ist nicht das kantonale Labor, sondern die Stadt zuständig.

Badis meist sauberer als Flüsse

Andreas Peter hat Verständnis für die Bäderbetreiber und ihre liebe Mühe mit den Planschbecken. «Viele Eltern mögen es nicht, wenn das Planschbecken stark gechlort ist, da sie allergische Reaktionen befürchten.» Trotzdem müssen die betroffenen Bäder nun aufzeigen, wie sie Abhilfe schaffen wollen. In Schlieren ist man dazu übergegangen, das Wasser im Planschbecken täglich zu wechseln. Laut Peter sind die vier Natur-Freibäder im Kanton im Übrigen mikrobiologisch zwar stärker belastet als konventionelle Bäder. Doch bewegen sie sich zumeist innerhalb der Anforderungen.

Die höchsten Werte an Kolibakterien weisen ohnehin die Flüsse auf. «Unsere Flüsse sind vor allem nach Regenfällen mikrobiologisch klar schmutziger als die Badis», sagt Peter. Hier sind die «Söiniggel» die Wasservögel. Und auch die Kläranlagen reinigen das Abwasser nicht mikrobiologisch rein. Andreas Peter hält aber fest: «In Schönwetterperioden kann man getrost darin schwimmen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.09.2011, 06:27 Uhr

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4 Kommentare

brigitta colombo

06.09.2011, 09:05 Uhr
Melden 2 Empfehlung

kleinkinder, die noch windeln benötigen gehören auch NICHT in öffentliche planschbecken! da stellt man halt zuhause ein aufblasbares oder ein grösseres plastikbecken auf die terrasse oder in den garten. ich verstehe diese mütter wirklich nicht, die sowas tun. diese zweieinhalb bis drei jahre, die es dauert bis ein kind wirklich aufs klo geht müssten doch noch auszuhalten sein. (bin selber mutter) Antworten


Jakob Harzenmoser

06.09.2011, 10:14 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Hier wäre eine Erklärung von Fachleuten interessant. Wenn die Wasservögel die Hauptquelle von Colibakterien sind, wieso ist dann der Gehalt nach Regenfällen erhöht? Ein einfluss des Regens auf die Stoffwechselaktivität erscheint nicht sehr plausibel. Andrerseits ist es bekannt, dass nach sehr starken Regenfällen die Kläranlagen stark belastet werden, bis hin zum Austritt von Schmutzwasser. Antworten



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