Zürich
Zürcher Gemeinde will in den Aargau wechseln
Von Ruedi Baumann. Aktualisiert am 22.06.2010 6 Kommentare
Mit dem neuen Finanzausgleich gar nicht zufrieden: Der Bachser Gemeindepräsident Emanuel Hunziker. (Bild: pd)
Bachs ZH
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Sie sind seit vier Jahren Gemeindepräsident und haben gestern im Zusammenhang mit dem Finanzausgleich damit gedroht, dass sich Bachs dem Kanton Aargau anschliessen wolle. Ein Witz oder Ihr voller Ernst?
Beides. Wir wollten mit unserer Drohung den Kantonsrat wecken. Wir haben ein schönes Wandergebiet, das bringt uns aber keine Einnahmen. Trotzdem kostet uns die vom Kanton erlassene Schutzverordnung fürs Bachsertal jährlich 300 000 Franken, das ist viel Geld für eine Gemeinde mit 570 Einwohnern. Dieses Geld fehlt uns mit dem neuen Finanzausgleich.
Aargauer ist in Zürich fast schon ein Schimpfwort und wird mit schlechtem Autofahren und weissen Socken gleichgesetzt. Das wollen Sie sich antun?
Ich bin ursprünglich auch Aargauer, aus Staffelbach, fahre aber ganz normal Auto und trage schwarze Socken. Die weissen Socken aber habe ich aber bereits gekauft. Wir haben übrigens gute Kontakte in die Aargauer Nachbargemeinden. Aber wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ein Anschluss bei uns im Dorf kaum mehrheitsfähig ist.
Bei Ihrer Drohung geht’s Ihnen nur ums Geld. Wollen Sie Ihre Seele verkaufen?
So eng darf man das nicht sehen. Ich bin Buchhalter, und zuerst müssten wir exakt durchrechnen, wie die finanziellen Verhältnisse und das Finanzausgleichsgesetz im Aargau aussehen. Vielleicht wären wir dann ja noch schlechter gestellt.
Und was meinen Ihre Schüler, wenn sie plötzlich an die Bezirksschule Zurzach fahren müssten?
Die hätten zumindest am Morgen den Plausch. Dann könnten sie mit dem Velo runter ins Tal fahren. Der Heimweg spricht aber klar für die Sekundarschule Stadel.
Kennen Sie Zurzach, Ihren neuen Bezirkshauptort, überhaupt?
Klar, ich war schon mal im Thermalbad Zurzach. Ein eleganter Kurort als Hauptstadt würde uns bestimmt passen. In Dielsdorf dagegen steht die sanierungsbedürftige Sportanlage Erlen auf der Traktandenliste.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.06.2010, 17:03 Uhr
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6 Kommentare
Eine Gemeinde mit 570 Einwohnern ist nicht überlebensfähig. Sollen doch Steinmaur, Bachs, Stadel, Weiach und Neerach zur Gemeinde Stadlerberg fusionieren. Die hätten zusammen rund 10'000 Einwohner und damit eine Grösse, die es auch erlaubt, die Pflege eines Schutzgebietes sicher zu stellen. Antworten
Vielleicht sollte Herr Hunziker als Buchhalter auch mal darüber nachdenken, ob bei einer kleinen Gemeinde mit weniger als 600 Einwohnern das Kosten- und Nutzverhältnis noch stimmt. Wie wäre es mit einer Fusion? Es kann ja nicht sein, dass ein Finanzausgleich einzig darauf aufgerichtet wird, dass jede Kleinstgemeinde gesichert wird. Antworten
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