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Zürcher Lehrer sollen aufstocken

Aktualisiert am 19.08.2010 10 Kommentare

Würden Lehrerpersonen ihre kleinen Pensen auf mindestens 50 Prozent erhöhen, hätte der Kanton keine Probleme mit der Stellenbesetzung. Das sagt Bildungsdirektorin Regine Aeppli.

«Teilzeitarbeit in Ehren, aber diese Zersplitterung ist nicht gut für die Schule»: Regine Aeppli über kleine Arbeitspensen.

«Teilzeitarbeit in Ehren, aber diese Zersplitterung ist nicht gut für die Schule»: Regine Aeppli über kleine Arbeitspensen.
Bild: Sophie Stieger

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Es sei ein Fehler gewesen, die Mindestpensen der Lehrpersonen im Kanton aufzuheben, sagt Regierungsrätin Regine Aeppli in einem Interview mit der deutschen Zeitung «Zeit» von heute Donnerstag. Jede dritte Lehrperson im Kanton habe heute ein Pensum von unter 30 Prozent. «Teilzeitarbeit in Ehren, aber diese Zersplitterung ist nicht gut für die Schule», sagt Aeppli und fügt an: «Kein Privatbetrieb würde das zulassen.»

Aeppli ist überzeugt, dass die vielen kleinen Pensen zu Unruhe führen und einen «enormen Absprache- und Koordinationsbedarf» generieren. Häufig sind es Mütter, die ganz kleine Pensen haben. Geht es nach der Bildungsdirektorin, sollten auch sie zwei oder drei Tage pro Woche arbeiten können. Darum seien ausserfamiliäre Betreuungsplätze so wichtig. Aeppli ist überzeugt, dass die Stellenbesetzung kein Problem mehr wäre, wenn die vielen Kleinstpensen «nur schon auf 50 Prozent aufgestockt» würden. Deshalb sei sie froh um einen parlamentarischen Vorstoss, der sich dem Thema annimmt.

«Finanzpolitik macht mich eher wütend»

Aeppli zeigt sich in dem Interview auch kritisch gegenüber zu viel Individualisierung im Schulunterricht: «Was nach Verband oder gar Kollektiv tönt, ist heute grundsätzlich suspekt.» Schule sei aber auch dazu da, soziales Verhalten zu lernen, sagt Aeppli, spricht von «Überindividualisierung» und meint: «Gerade für all die Wunschkinder, deren Einzigartigkeit von den Eltern Tag für Tag gepflegt wird, ist es wichtig, manchmal ins Glied zurücktreten zu müssen.»

Die Bildungsdirektorin äussert sich gegenüber der «Zeit» auch zu den Sparplänen und der Finanzpolitik des Kantons. Letztere mache sie «eher wütend», führt sie aus. Zürich könne nicht mit den steuergünstigen Kantonen wie Schwyz konkurrieren, weil man «hohe zentralörtliche Lasten» zu tragen habe. «Aber aus Angst vor Abwanderung wird die nächste Steuersenkung in die Wege geleitet.» Gefolgt von der nächsten Sparrunde: So betreibe man «Raubbau an dem, was unsere Qualität und Attraktivität ausmacht». (cim)

Erstellt: 19.08.2010, 17:14 Uhr

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10 Kommentare

Chantal Moser

19.08.2010, 17:36 Uhr
Melden

Frau Regine Äppli in Ehren, aber ohne sie und ihre Politik hätte Zürich evtl. genügend Lehrer (?). Warum nicht mal selbstkritisch sein? Antworten


Robert Koch

19.08.2010, 18:35 Uhr
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Das geht ganz einfach: Nur wer ein 100%-Pensum unterrichtet, kann von Stufenanstiegen profitieren. Pensen unter 100% sind ein Ärgernis für Schüler, Schulleitung und Eltern. Als Regierungsrätin hat R. Aeppli die notwendigen Möglichkeiten, dies zu ändern. Antworten



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