Zürich
Zürich bietet ausgesteuerten Arbeitslosen ein Auffangnetz
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Arbeitslose, die keinen Anspruch mehr haben auf Leistungen der Arbeitslosenkasse, aber noch keine Sozialhilfe beziehen können, geraten oft in eine prekäre Lage. Mit dem Projekt «Coaching für Ausgesteuerte» wollen Stadt und Kanton Zürich Betroffene gezielter beraten.
Im Kanton Zürich werden monatlich rund 500 Personen ausgesteuert, in der Stadt Zürich sind es rund 150 bis 200. Viele der Betroffenen fallen dabei zwischen Stuhl und Bank, wie SP-Stadtrat Martin Waser am Montag vor den Medien erklärte. Sie haben keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengelder, können aber auch keine Sozialhilfe beziehen, solange das Ersparte nicht weitgehend aufgebraucht ist.
Das fehlende Beratungsangebot in dieser Übergangszeit wirke sich häufig negativ auf die betroffenen Menschen aus, sagte der Vorsteher des Sozialdepartementes weiter. Oft verschärften sich in der Zeit ohne Betreuung persönliche Probleme und beeinträchtigten die Integrationschancen.
«Massgeschneiderte Beratung»
Mit dem Projekt Coaching für Ausgesteuerte wollen Stadt und Kanton Zürich deshalb die Zusammenarbeit von Arbeitslosenversicherung (ALV) und Sozialhilfe verstärken. Eine ähnliche Lösung verlange auch eine Motion auf Bundesebene, sagte Waser. Bis jedoch etwas passiere, könne es noch Jahre dauern. Solange wolle die Stadt Zürich nicht warten.
Laut Mirjam Schlup Villaverde, Direktorin der Sozialen Dienste der Stadt Zürich, bietet das Coaching «massgeschneiderte Beratung» für ausgesteuerte Personen an. Es gelte, deren Fähigkeiten zu stärken und ihre Arbeitssuche zu unterstützen. Zum andern wolle man negativen Begleiterscheinungen vorbeugen und so Ausgesteuerte neu motivieren.
Auf zwei Jahre befristet
Das Projekt Coaching für Ausgesteuerte sei innovativ und habe Vorbildcharakter, sagte SVP-Regierungsrat Ernst Stocker. Jeder Arbeitslose, der wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden könne, entlaste das Gesamtsystem.
Laut dem Volkswirtschaftsdirektor leisten die RAV hervorragende Arbeit. Sie könnten aber nicht verhindern, dass rund ein Fünftel der Arbeitslosen ausgesteuert werde und davon rund ein Drittel in der Sozialhilfe lande.
Für das auf vorerst zwei Jahre befristete Pilotprojekt sind 910'000 Franken veranschlagt. Die Kosten tragen Kanton, Stadt und Dritte. Nach zwei Jahren wollen Stadt und Kanton dann entscheiden, ob das Angebot flächendeckend eingeführt wird. (pia/sda)
Erstellt: 20.11.2012, 14:26 Uhr
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