Zürich plant sieben neue Schulhäuser für rund 500 Millionen Franken

In der Stadt Zürich boomt der Wohnungsbau, Eltern mit Kindern ziehen die Stadt dem Land als Lebensraum vor. Deshalb baut die Stadt in den nächsten zehn Jahren sieben neue Schulhäuser.

In Zukunft mehr Neubauten nötig: Schulhaus Leutschenbach in Zürich.

In Zukunft mehr Neubauten nötig: Schulhaus Leutschenbach in Zürich. Bild: Keystone

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«Die Stadt wächst und mit ihr die Ansprüche», sagte André Odermatt (SP), Vorsteher des Hochbaudepartements der Stadt Zürich, vor den Medien. Die Stadt stehe bei der Schulinfrastruktur vor einer enormen Herausforderung. Bis 2019/20 wird mit einem Anstieg der Schülerzahlen um bis zu elf Prozent gerechnet.

Deshalb plant die Stadt gleich mehrere komplett neue Schulanlagen. Die Kosten dafür liegen bei rund einer halben Milliarde Franken. Auch in Zeiten knapperer Steuereinnahmen sei dieses Geld gut investiert, sagte Odermatt. Bis 2016 würden 60 Prozent der neuen Investitionen der Immobilienbewirtschaftung in den Bereich Schule fliessen.

«Im Vergleich zu einem Stadion oder einem Kongresshaus sorgen die Schulbauten für viel weniger Schlagzeilen», sagte Odermatt. Immerhin sind 41 Prozent aller Bauten im Verwaltungsvermögen im Portfolio Schulbauten. Damit sei dieser Bereich der grösste und dynamischste, sagte der Hochbauvorsteher.

Affoltern zu schnell gewachsen

Am stärksten vom Bauboom betroffen sind die Gebiete Zürich-Affoltern und Zürich-West. Das neue Schulhaus Blumenfeld in Affoltern soll 2016 bezogen werden, das Schulhaus Heinrichstrasse 2017 und in Zürich-Wollishofen soll im Jahr 2018 das Schulhaus Allmend eröffnet werden.

Weitere neue Schulbauten sollen in Zürich-Seebach (Schulhaus Thurgauerstrasse), auf dem Pfingstweidareal (Schulhaus Zürich-West) und in Zürich-Albisrieden (Schulhaus Letzi-Mitte) entstehen. In Zürich-Schwamendingen wird noch ein Standort für ein neues Schulhaus gesucht.

Immer gehe die Stadtentwicklung und die Planung der Schulbauten nicht auf, sagte Odermatt im Hinblick auf das Schulhaus Blumenfeld. «Wir sind dort regelrecht überrannt worden.» In Affoltern sei sehr rasch investiert und gebaut worden. Die Schüler werden deshalb bis zur Fertigstellung des Schulhauses noch in Pavillons unterrichtet.

Die Schulraumplanung sei eine enorme Herausforderung, sagte auch der Vorsteher des Schul- und Sportdepartements Gerold Lauber (CVP). Man mache jeweils Prognosen für die nächsten acht Jahre. Dabei geht es um Zu- und Wegzüge, die Wohnbautätigkeit oder auch den Anteil von Schülern, die Privat- oder Sonderschulen besuchen.

«Hinzu kommt dann jeweils noch die politische Komponente», sagte Lauber. Schulbauprojekte seien oft heftig umstritten wegen der Finanzen, am Schluss sei es bis jetzt aber immer aufgegangen mit dem Geld. Auch für die sieben geplanten Neubauten ist die Finanzierung sichergestellt, wie es vor den Medien weiter hiess. (jcu/sda)

(Erstellt: 29.11.2012, 14:08 Uhr)

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