Zürich
Zürich verliert im Steuerwettbewerb gegen Graubünden
Aktualisiert am 18.02.2010 15 Kommentare
Kanton Zürich verliert im Steuerwettbewerb: Finanzdirektorin Ursula Gut-Winterberger. (Bild: Keystone)
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Der Steuerbelastungsmonitor 2009 zeige, dass der Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen weitergegangen sei, sagte die Zürcher Finanzdirektorin Ursula Gut am Donnerstag vor den Medien in Zürich. Und er werde auch weitergehen, fügte sie an.
Die Steuerbelastung für das Einkommen natürlicher Personen ist im Kanton Zürich knapp unter dem schweizerischen Mittelwert. Im Ranking der Kantone hat sich Zürich erneut um drei Plätze verschlechtert und liegt nun auf dem elften Platz.
Von drei Kantonen überholt
Überholt wurde Zürich von Graubünden, Basel-Stadt und Thurgau. Vor zwei Jahren hatte Zürich im interkantonalen Ranking sogar noch den fünften Platz belegt.
Plätze eingebüsst hat Zürich, weil andere Kantone die Steuerbelastung der natürlichen Personen senkten - durch Milderung der «Heiratsstrafe», höhere Abzüge oder durch Senkung der Steuersätze. Im Kanton Zürich hingegen sind die Steuersätze unverändert geblieben.
Revision soll Entlastung bringen
Das soll sich aber durch die vom Kantonsrat verabschiedete Steuergesetzrevision ändern, für die sich Gut am Donnerstag erneut stark machte. Sie könne einmal mehr feststellen, dass der Regierungsrat mit Steuerentlastungen für die natürlichen Personen die richtigen Massnahmen vorgeschlagen habe.
Die Vorlage entlastet sehr tiefe sowie sehr hohe Einkommen und Vermögen ebenso wie Familien mit Kindern, überdies gleicht die Vorlage die kalte Progression aus. Wegen eingereichten Referenden müssen die Stimmberechtigten entscheiden, der Abstimmungstermin ist aber noch unklar.
Steuerprogression hoch
Der Kanton Zürich ist vor allem für den Mittelstand attraktiv. Während der Kanton Zürich und seine Gemeinden die mittleren Einkommen (etwa 50'000 bis 250'000 Franken) vergleichsweise moderat besteuert, werden hohe Einkommen im Vergleich zu anderen Kantonen vom Fiskus steuerlich stark belastet.
Im Vergleich zu den meisten Kantonen ist die Steuerprogression hoch. Gegenüber dem Vorjahr gab es insbesondere bei den sehr hohen Einkommen (400'000 bis 1 Million Franken) eine Verschlechterung.
«Wenn Steuerpflichtige mit sehr hohen Einkommen und Vermögen wegen der Steuerbelastung aus dem Kanton wegziehen oder erst gar nicht mehr in den Kanton kommen, kann uns das nicht gleichgültig sein», sagte Gut weiter. Denn diese Steuerpflichtigen würden einen unverhältnismässig hohen Anteil am Steueraufkommen leisten.
Ebenfalls nur durchschnittlich ist zudem Zürichs Steuerattraktivität für tiefe Einkommen von etwa 30'000 Franken. Im Kanton Zürich beginnt die Steuerpflicht im nationalen Vergleich bereits bei sehr tiefen Einkommen.
Bei Vermögen an vierter Stelle
Bei der Vermögensbelastung der natürlichen Personen steht der Kanton Zürich im interkantonalen Vergleich besser da: Zürich liegt hinter Zug, Schwyz und Thurgau auf dem vierten Platz. Im Vergleich zum Vorjahr hat Zürich einen Platz im Ranking verloren.
Bei der Steuerbelastung von Unternehmen wurden die Kantonshauptstädte verglichen. Die Stadt Zürich liegt dabei im hinteren Mittelfeld der Kantone, aber vor den beiden anderen Schweizer Wirtschaftszentren Basel und Genf. Im internationalen Vergleich der Steuerbelastung der juristischen Personen ist Zürich im westeuropäischen Umfeld sehr gut positioniert.
Den Steuerbelastungsmonitor 2009 erstellte das Wirtschaftsforschungs-Institut BAK Basel Economics im Auftrag des Kantons Zürich. Verwendet wurden die Daten aus dem Jahre 2008. Der Monitor wird seit 2007 erstellt und soll die Stellung des Kantons im Steuerwettbewerb aufzeigen. (ep/sda)
Erstellt: 18.02.2010, 16:09 Uhr
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15 Kommentare
@Stephan Schori: Ausser höhere Immobilien- und Bodenpreise bringt die Pauschalbesteuerung der Bevölkerung nicht viel. Eigentlich könnte man sagen: Die Steuerbelastung ist im Kanton Zürich ideal auf den Mittelstand/KMU ausgerichtet. Nur damit man in irgendwelchen Listen erster ist, lohnt es sich nicht, den Schaden, den reiche Steuerzahler verursachen, auf sich zu nehmen. Antworten
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