Zürich
Zürich wird städtischer, jünger und deutscher
Von Helene Arnet. Aktualisiert am 06.04.2011 54 Kommentare
Artikel zum Thema
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- Die Seefeldisierung am Stadtrand
- «Auf dem Wohnungsmarkt entsteht eine Sozial-Apartheid»
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Die Zürcher sind die Zügelmeister der Schweiz. Jährlich wechseln hier mehr als 15 Prozent der Bevölkerung ihre Wohnung, gesamtschweizerisch sind es 12,7 Prozent. Dabei ziehen deutlich mehr Menschen zu als weg: Allein in den letzten drei Jahren ist die Bevölkerung um 60'000 Menschen auf 1,35 Millionen gewachsen. Eine gestern veröffentlichte Studie des Statistischen Amtes zeigt, wie sich dadurch die Wohnbevölkerung verändert.
Zürich wird jünger
Junge Leute bevorzugen vor allem günstige, zentral gelegene Wohnungen. Sie ziehen in Altbauten in der Stadt Zürich oder in zahlbare Mietwohnungen in der Agglomeration. Zentrale, günstige Wohnungen suchen aber auch die oft jungen Erwachsenen, die aus dem Ausland zuziehen. Das passt gut, denn bescheidene Wohnungen werden häufiger frei, weil es Menschen mittleren Alters und Familien aufs Land – oft in die Nachbarkantone – zieht, wo sie sich ein Häuschen leisten können. Da der Ansturm von Jungen grösser ist als die Stadtflucht, verjüngt sich die Bevölkerung der Stadt Zürich, aber auch die des Kantons.
Die Stadt dehnt sich aus
2009 zogen insgesamt 15'800 Personen mehr zu als weg. Die Hälfte der Zuzüger wollen in die Stadt, was zur bekannten Wohnungsnot führt. Da springen die Nachbargemeinden ein, welche funktional immer mehr zur Stadt gehören. So hat die Stadt Zürich 4600 Einwohnerinnen und Einwohner an die Umgebung verloren. Destination Nummer eins war Schlieren (plus 620). Die zweithöchste Einwanderung von Stadtzürchern verzeichnete Opfikon (plus 390) vor Winterthur (plus 260).
Zürich wird deutscher
2009 zogen 32'000 Menschen aus dem Ausland nach Zürich. 15'000 haben den Kanton verlassen. Ein Drittel aller internationalen Zuzüge stellen die Deutschen: Die deutsche Bevölkerung nahm um 6500 Personen auf 75'000 Personen zu. Aber auch die Franzosen zieht es nach Zürich (plus 500). Im Gegensatz dazu war die Zuwanderung aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei verhältnismässig gering (plus 900). Dass Zürcherinnen und Zürcher ins Ausland auswandern, kommt relativ selten vor. Unter den Auswandererländern ist mittlerweile Thailand am beliebtesten – vor Australien und Israel.
Zürcher ziehen in den Aargau
4700 Personen zogen aus Zürich in den Aargau, nur 3300 aus dem Aargau nach Zürich. Zürich verliert auch Einwohner an den Thurgau und an Schwyz. Die Auswanderer suchen mehrheitlich zahlbares Wohneigentum. Bevorzugt werden die angrenzenden Gebiete: Mutschellen, Freiamt, die Räume Baden und Frauenfeld, Obersee und das Linthgebiet. Dabei gehen aber die regionalen Zentren (Baden/Wettingen, Frauenfeld, Rapperswil-Jona) leer aus. Sie verzeichnen eine höhere Abwanderung nach Zürich als eine Zuwanderung, weil sie vom Angebot und Preis her in Konkurrenz mit der Zürcher Agglomeration stehen.
Die «Zugerisierung» Zürichs
Die Zeiten, in denen Zürcher wegen des Steuerfusses nach Zug auswanderten, sind vorbei. Die Bodenpreise sind derart explodiert, dass Zugerinnen und Zuger in die Nachbarkantone auswandern. 2009 zogen 800 Menschen aus Zürich nach Zug, 1000 aus Zug nach Zürich – vor allem ins benachbarte Säuliamt.
Urs Rey, Zuwanderung und Wohnungsmarkt, www.statistik.zh.ch. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.04.2011, 10:53 Uhr
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54 Kommentare
Leute, was kann einer Stadt schöneres passieren, als dass sie deutscher wird. Für mich sind die Deutschen die liberalsten, freidenkensten, intelligentesten und offensten Menschen in Europa, wenn nicht weltweit. Euer Beißreflex gegenüber den Deutschen ist sowas von irrational, seid froh, dass sie unser spießiges Klima auflockern. Antworten
Jetzt kommen natürlich all die Rassisten wieder aus ihren Löchern gekrochen, dabei sind fast gleichviele Schweizer aus anderen Kantonen zugewandert. Naja, ich freu mich immer darüber, wenn man wieder ein paar Deutsche-Hasser entlassen werden, weil sie mit den Deutschen nicht mithalten können und daher die Stadt verlassen. Je weniger Bünzlischweizer in der Zürich dest besser... Antworten
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