Co-Präsident der Zürcher Juso tritt zurück

Lewin Lempert gibt das Spitzenamt bei den Jungsozialisten auf – nur wenige Wochen nach dem heftigen Eklat in der Mutterpartei. Diese sei endlich auf dem richtigen Weg, sagt er.

Rücktritt nach anderthalb Jahren: Juso-Co-Präsident Lewin Lempert.

Rücktritt nach anderthalb Jahren: Juso-Co-Präsident Lewin Lempert. Bild: PD

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Am 8. April kommt es in der kantonalen Juso zu Neuwahlen: Co-Präsident Lewin Lempert (20) gibt seinen Posten auf. Anders als in der Mutterpartei SP liegt seinem Rücktritt aber kein Eklat zugrunde. Lempert ist im letzten Herbst in die Geschäftsleitung der Juso Schweiz gewählt worden. Daneben arbeitet er als politischer Sekretär der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) und studiert Religionswissenschaften. Er sagt: «Ein Doppelmandat für die Juso auf nationaler und kantonaler Ebene würde meine Kapazität überschreiten.»

Ereignisreiche Zeit als Co-Präsident

Betreffend seiner Nachfolge im Juso-Co-Präsidium sagt Lempert: «Die Bewerbungsfrist läuft ab morgen.» Doch er sei zuversichtlich, dass sich eine geeignete Nachfolge finden lasse, da die Partei breit aufgestellt sei. Sicher ist, dass Co-Präsidentin Nina Hüsser ihr Amt weiterführen will. Hüsser und Lempert haben in den letzten Monaten die Entlastungsinitiative der Juso erfolgreich vorangetrieben. Diese fordert eine Anpassung der Steuerprogression und kommt nun vors Volk.

Mit 1,5 Jahren ist Lemperts Zeit an der Spitze der kantonalen Juso kurz gewesen – und ereignisreich: Er hat das Co-Präsidium übernommen, nachdem sich die Jungpartei fast unüberbrückbar mit SP-Sicherheitsvorsteher Mario Fehr überworfen und ihn angezeigt hatte. Lempert versuchte anschliessend, die Wogen wieder etwas zu glätten und den heutigen Regierungspräsidenten Fehr «konstruktiv» zu kritisieren, wie Lempert sagt. Die Strafanzeige gegen Fehr bezeichnet Lempert aber auch heute noch als sinnvoll.

Jositsch fordert Aufklärung des Eklats

Der Konflikt zwischen dem linken SP-Flügel, der Juso und der Politik von Mario Fehr ist inzwischen das grosse Thema, das die SP beschäftigt. Ende Februar hat SP-Präsident Daniel Frei wegen der anhaltenden Streitereien per sofort seinen Rücktritt bekannt gegeben. Heute Abend trifft sich die SP zur ersten Delegiertenversammlung seit Freis abruptem Abgang. Ein wichtiges Traktandum der Versammlung im Zürcher Volkshaus: Ständerat Daniel Jositsch fordert, dass genau analysiert wird, wie es zum Eklat in der Parteileitung kommen konnte.

Für Lempert ist die kantonale SP nun endlich wieder auf dem richtigen Weg. Er findet es sehr gut, dass sich die Geschäftsleitung der Mutterpartei getraut, auch öffentlich zu ihren Werten zu stehen – und deshalb vielleicht auch mal einen Regierungsrat wie Mario Fehr öffentlich kritisiert. Das tat sie, als sie sich vor rund drei Wochen gegen die strenge Asylpolitik von Fehr ausgesprochen hat. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.03.2017, 16:50 Uhr

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