Der Stolz von Fehraltorf, den das Volk gar nicht mehr wollte

Ein Unfall zerstörte die Kunst am Oberländer Kreisel. Sollte sie wieder aufgebaut werden? Die Bürgerbefragung kam wohl nicht so heraus, wie sich die Gemeinde das vorstellte.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eigentlich sind Abstimmungen in der Schweiz nicht ungewöhnlich. Doch so wie die Zürcher Gemeinde Fehraltorf die Meinung der Einwohner einholte, ist es das.

Alles hat mit einem Unfall bei einem Kreisel am 10. September 2016 begonnen. Es war bereits der vierte an dieser Stelle. Aber dieses Mal wurde die Kreiselkunst, eine blaue Glassteinkonstruktion, derart stark beschädigt, dass ein Neubau nötig wurde.

Der Kreisel trug den Übernamen «Schwimmbadkreisel». «Weit herum galt er als eine Art Identifikationsobjekt für Fehraltorf», schreibt die Gemeinde am Dienstag in einer Medienmitteilung. Doch bevor der «Schwimmbadkreisel» wieder aufgebaut werden sollte, wollte die Gemeinde eine Umfrage bei der Bevölkerung durchführen. Diese lancierte sie aber nicht nur in der Dorfpost, dem Publikationsorgan von Fehraltorf, sondern auch via Facebook: «Soll der Schwimmbadkreisel wieder aufgebaut werden oder nicht?», so die Frage.

Kein Identifikationsobjekt für Fehraltorf

Der grösste Teil der Rückmeldungen traf schliesslich über Facebook ein. Das Resultat überraschte die Gemeinde, sagt Gemeindeschreiber Marcel Wehrli: 563 stimmen für den Wiederaufbau des Kreisels, 621 dagegen. Der Schwimmbadkreisel ist keineswegs ein solch wichtiges Identifikationsobjekt für Fehraltorf wie gedacht, musste die Gemeinde feststellen.

Bei den Facebook-Stimmen kann zwar nicht eruiert werden, wie viele davon auch wirklich Einwohner aus Fehraltorf sind. Trotzdem ist für den Gemeinderat nach der ungewöhnlichen Abstimmung klar, dass er auf den Wiederaufbau verzichten will. Nun führt er in der Bevölkerung einen Ideenwettbewerb durch.

Die Gemeinde hatte schon vor etlichen Jahren einen solchen Ideenwettbewerb bei einem anderen Kreisel durchgeführt – damals noch ohne Facebook.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.01.2017, 10:52 Uhr

Artikel zum Thema

Flucht vor Polizei – Mercedes rast über Kreisel

Fehraltorf ZH Ein alkoholisierter Lenker hat in der Nacht den Dorfkreisel in Fehraltorf ZH stark beschädigt. Sein Verhalten beschreibt die Polizei als unkooperativ. Mehr...

Lieber Ampel als Kreisel

Die Nürensdorfer haben einen Kreisel im Zentrum und den Austritt aus dem Zweckverband des Spitals Bülach abgelehnt. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

TA Marktplatz

Kommentare

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Beinfreiheit einmal anders: Im sächsischen Niederwiesa machen riesige Frauenbeine auf die Ausstellung «High Heels - die hohe Kunst der Schuhe» aufmerksam, die im nahen Schloss Lichtenwalde zu sehen ist. (23. Mai 2017)
(Bild: Sebastian Willnow/DPA) Mehr...