EKZ stoppen Bau von Solaranlagen

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich fördern offiziell Photovoltaik-Anlagen. Wenns konkret wird, siehts neuerdings anders aus. Interessant ist die Begründung.

Wenig sonnige Aussichten für die Photovoltaik: Neue Anlage auf dem Zürcher Hunziker-Areal.

Wenig sonnige Aussichten für die Photovoltaik: Neue Anlage auf dem Zürcher Hunziker-Areal. Bild: Reto Oeschger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Betreiber einer Tennishalle in der Tösstaler Gemeinde Wila wollten auf dem südlich ausgerichteten Dach eine Solaranlage bauen und traten deshalb mit den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) in Kontakt. Die Gespräche kamen voran, es sah gut aus.

Schliesslich fördert der grosse Zürcher Energieversorger die Solarenergie. Auf der Website steht zum Beispiel: «Die EKZ setzen seit Jahren auf die Kraft der Sonne und treiben den Bau neuer Anlagen voran.» Auch werden Private aufgefordert, selber aktiv zu werden: «Vermieten Sie Ihr Dach, Finanzierung der Photovoltaikanlage inklusive Projektierungskosten übernehmen die EKZ», heisst es weiter.

Folge des Rechtsrutschs

Doch dann kam es in Wila zu einem abrupten Stopp. Ein wichtiger Termin wurde abgesagt, die Pläne wurden eingefroren, wie der «Landbote» meldet. Die EKZ nennen zwei Gründe für die Rechtsumkehr: Tiefe Strompreise und neue politische Mehrheiten.

«Seit den Nationalratswahlen muss man davon ausgehen, dass eine Vergrösserung des Subventionstopfes nicht mehrheits­fähig ist», begründet die EKZ-Medienstelle die neue Strategie und meint implizit die Mehrheit aus SVP und FDP, welche der Energiewende kritisch gegenüberstehen. Ohne diese Subventionen sei «kein Projekt der erneuerbaren Ener­gie­­­­n wirtschaftlich», so die EKZ.

Konkret geht es um die sogenannte kostendeckende Einspeisevergütung. Die Gelder reichen bereits heute nicht, um alle Gesuche für Solaranlagen abzudecken. Offenbar gehen die EKZ davon aus, dass sich dies auch künftig nicht ändern wird. (pu)

Erstellt: 23.12.2015, 08:12 Uhr

Artikel zum Thema

Betreiber halten sich beim Ausbau des Stromnetzes zurück

Mit dem Zubau an Solaranlagen steigt das Risiko für Stromausfälle. Unsichere Prognosen darüber, wo in Zukunft in Solarstrom investiert wird, erschweren die Netzplanung. Mehr...

Bundesrat kürzt Fördergelder für Solaranlagen

Wer heute eine Solaranlage baut, muss Jahre warten, bis er staatliche Fördergelder erhält. Nun handelt der Bundesrat. Mehr...

Solarstrom vom Walensee

Hintergrund Trotz schwerer Bedenken von Naturschützern geht es vorwärts mit dem grössten Sonnenkraftwerk der Schweiz unter den Churfirsten. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

TA Marktplatz

Kommentare

Abo

Digitale Abos - Neu ab 18.- pro Monat

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Jetzt neu ab 18.- CHF pro Monat.

Die Welt in Bildern

Angestarrt: Ein Riesenotter beobachtet die Besucher im Zoo von Duisburg (22. Mai 2017).
(Bild: Martin Meissner) Mehr...