In der Zürcher S-Bahn wirds noch enger

Ein Fünftel mehr Passagiere bei gleicher Kapazität: Der ZVV macht für die nächsten Jahre eine düstere Prognose. Zwei Projekte könnten helfen.

Ihre Zahl nimmt schnell zu: Passagiere steigen am HB Zürich in einen Zug.

Ihre Zahl nimmt schnell zu: Passagiere steigen am HB Zürich in einen Zug. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Auf den Dezember 2018 wird die vierte Teilergänzung der Zürcher S-Bahn abgeschlossen. Ein Ausbau, der vor allem den Räumen Winterthur, Limmattal und Zürcher Unterland zugutekommt. Danach aber sind «vorerst keine grundlegenden Anpassungen am S-Bahn-Angebot möglich» – auch wenn sich erneut Kapazitätsengpässe abzeichnen. So steht es im Strategiebericht des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV), der heute Freitag präsentiert wurde.

Der Grund für den Ausbaustopp: Das Netz lässt sich mit kleineren Anpassungen nicht mehr massgeblich verbessern. Dafür wären umfangreiche Infrastrukturmassnahmen erforderlich. Erst der Bau des Brüttenertunnels zwischen Bassersdorf und Winterthur sowie die Erweiterung des Bahnhofs Stadelhofen um ein viertes Gleis könnten die S-Bahn einen Schritt vorwärtsbringen.

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Diese teuren Projekte sind im Entwicklungsprogramm des Bundes für den Bahnausbau erst ab 2030 vorgesehen. Bis dahin sei der Handlungsspielraum «stark eingeschränkt», steht in der ZVV-Strategie. Es müsse deshalb geprüft werden, ob einzelne kleinere Massnahmen aus dem Entwicklungsprogramm vorgezogen werden könnten.

Kein Tempo 30, wo Busse fahren

Auch beim Busverkehr sieht der ZVV Handlungsbedarf. Staus auf den Strassen würden den ÖV vielerorts verhindern. Er setzt sich deshalb dafür ein, dass Problemstellen in den Städten Winterthur und Zürich sowie im Glatt- und Limmattal durch den Bau von Busspuren und Busbevorzugungen an Lichtsignalanlagen behoben werden. Zudem verlangt der ZVV, dass auf den Achsen des öffentlichen Verkehrs keine Tempo-30-Zonen geschaffen werden, damit sich die Fahrzeiten nicht verlängern.

Für die Jahre 2018 und 2019 rechnet der ZVV mit einer Kostenunterdeckung von über 700 Millionen Franken. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, einen entsprechenden Rahmenkredit zu bewilligen. Dieser liegt damit um 2,5 Millionen Franken unter dem für die Jahre 2016 und 2017 bewilligten, heisst es im Antrag, der gleichzeitig mit der ZVV-Strategie veröffentlicht wurde. (hub/sda)

Erstellt: 14.07.2017, 10:16 Uhr

Im August geht es los mit der Limmattalbahn

Die Bagger können definitiv auffahren: Die Baubewilligung für die 1. Etappe der Limmattalbahn ist rechtskräftig. Der Baustart findet am 28. August statt. Zunächst wird nun die Strecke zwischen Altstetten Farbhof und Schlieren Geissweid in Angriff genommen. Dieses Stück soll Ende 2019 fertiggestellt sein. Danach folgt der Bau der zweiten Etappe, die von Schlieren nach Killwangen AG führt. 2022 soll dann die gesamte Strecke in Betrieb genommen werden können.

Gegen das Grossprojekt gingen beim Bundesverwaltungsgericht vier Beschwerden ein. Mit drei Rekurrenten habe man sich zwischenzeitlich geeinigt, teilte die Limmattalbahn AG heute Freitag mit. Beim vierten Beschwerdeführer sei das bislang nicht möglich gewesen. Somit muss das Bundesverwaltungsgericht in diesem einen Fall noch einen Entscheid fällen.

Die Bagger können aber trotzdem auffahren, weil sich diese Beschwerde auf die zweite und nicht auf die nun bevorstehende erste Bauetappe bezieht. Das Bundesverwaltungsgericht habe entschieden, dass dieser Rekurs deshalb keine aufschiebende Wirkung habe.

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