Flugzeug schlitterte in Kloten auf den Felgen über Piste

Kurz nach dem Aufsetzen auf der Zürcher Flughafenpiste 14 lösten sich die Reifen der vorderen Räder. Die Piloten reagierten richtig.

Das vordere Fahrwerk war mangelhaft angeschlossen und schlecht gewartet: Avanti-Maschine des Typs ATR 72-202.

Das vordere Fahrwerk war mangelhaft angeschlossen und schlecht gewartet: Avanti-Maschine des Typs ATR 72-202. Bild: Wikimedia Commons

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Mit 26 Passagieren sowie zwei Piloten und zwei Flugbegleiterinnen an Bord landete die Turboprop-Maschine der Avanti Air um 7.02 Uhr auf der Piste 14 des Zürcher Flughafens. Kurz nach dem Aufsetzen lösten sich bei beiden Bugrädern die Reifen. Einer wurde einen Kilometer fortgeschleudert, der zweite verkeilte sich zwischen den beiden Felgen. Das Flugzeug schlitterte in hohem Tempo auf den Felgen.

Doch die Piloten reagierten gut: Durch asymmetrischen Schub sowie asymmetrisches Bremsen der Hauptfahrwerkräder gelang es der Crew, die Maschine in den Griff zu bekommen und die Piste über die nächste Abzweigung zu verlassen. Die Flugzeuginsassen kamen mit dem Schreck davon, niemand wurde verletzt. Nach einer einstündigen Kontrolle wurde die Piste wieder freigegeben, die Feuerwehr war umsonst aufgeboten worden.

Hebel am Fahrwerk falsch montiert

Dies geschah am 4. Dezember 2014 nach einem problemlosen Linienflug von Dresden nach Zürich. Gemäss dem heute Freitag publizierten Schlussbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) haben sich die Reifen gelöst, weil das vordere Fahrwerk nicht zentriert war und somit die Räder nicht frei drehen konnten. Nach dem Aufsetzen waren sie nicht unter Kontrolle zu bringen, das Fahrwerk wurde erheblich beschädigt und war ebenfalls nicht mehr zu kontrollieren.

Ursache für das nicht zentrierte Teil war gemäss Sust ein um 180 Grad verdreht angeschlossener Eingabehebel. Zudem wurde das Fahrwerk nur mangelhaft instand gehalten, stellt die Sust in ihrem Bericht fest.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.06.2017, 14:55 Uhr

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