Nach Eklat bei der Zürcher SP: Dieses Doppelpack soll es richten

Priska Seiler Graf und Andreas Daurù sind die Spitzenkandidaten für das kantonale SP-Co-Präsidium, wie die Partei heute mitteilt.

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Jetzt hat die Findungskommission der Zürcher SP entschieden: Sie empfiehlt Priska Seiler Graf und Andreas Daurù als neue Co-Präsidenten der Kantonalpartei zu wählen. Dies teilt die Partei heute Montag in einer Medienmitteilung mit. Gewählt wird am ausserordentlichen Parteitag vom 22. Mai.

Die Nationalrätin und Klotener Stadträtin Priska Seiler Graf bringe viel Legislativ- und Exekutiverfahrung auf allen politischen Ebenen mit, schreibt die SP. Sie startete ihre politische Laufbahn vor knapp 20 Jahren im Gemeindeparlament von Kloten. 2015 wurde sie in den Nationalrat gewählt. Verkehrs-, Umwelt- und Sicherheitspolitik sind ihre Kernthemen.

Andreas Daurù bringe jahrelange Erfahrung auf Gemeinde- und Kantonsebene sowie als aktiver Gewerkschafter mit. «In beiden Parlamenten machte er sich einen Namen als engagierter und kompetenter Gesundheitspolitiker», heisst es in der Mitteilung.

Selber Mitglied der Findungskommission

Seiler Graf und Daurù würden einen breiten Rückhalt in der Partei geniessen, begründet die SP ihren Vorschlag. Als aktive Mitglieder würden sie die Strukturen und Bedürfnisse der Kantonalpartei bestens kennen.

Sowohl Priska Seiler Graf als auch Andreas Daurù waren selber Mitglied der Findungskommission. Die SP schreibt dazu: «Als eine Kandidatur für das Parteipräsidium spruchreif wurde, legten beide dieses Amt umgehend nieder, um eine unvoreingenommene Entscheidung der Findungskommission sicherzustellen.» Das Präsidium der Findungskommission übernahm zu diesem Zeitpunkt Markus Späth von Priska Seiler Graf.

Der Eklat und der Rücktritt

Die Nationalrätin und der Kantonsrat sollen die Nachfolge von Daniel Frei antreten. Er ist Ende Februar überraschend zurückgetreten. Frei begründete seinen Rücktritt mit dem «seit längerem schwelenden Konflikt im Umgang mit der Politik und der Person von Regierungsrat Mario Fehr» und Differenzen in der Geschäftsleitung. Kurz zuvor gipfelten die parteiinternen Querelen in einem öffentlichen Hick-Hack: Die Zürcher SP teilte in einem Medien-Communiqué mit, dass Regierungsrat Mario Fehr seine harte Politik gegenüber abgewiesenen Asylsuchenden «überprüfen» werde. Er habe «eine Lockerung in Aussicht gestellt», hiess es. Unterzeichnet hatte damals nicht der damalige Präsident Daniel Frei sondern Andrea Arezina, Vizepräsidentin der Kantonalpartei. Noch am gleichen Abend widersprach Mario Fehr dieser Darstellung. Er habe keinerlei Zusicherung abgegeben.

Das Parteipräsidium übernahmen ad interim die Vizepräsidentin Andrea Arezina und Vizepräsident Andreas Daurù. Frei wurde an der Delegiertenversammlung vom 20. März verabschiedet. Frei selber sagte damals nichts mehr – ausser ein knappes «Danke».

(sip)

Erstellt: 08.05.2017, 10:22 Uhr

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