1. Mai: Leupi verärgert Linke

Der grüne Polizeivorsteher duldet am Tag der Arbeit keine Schlusskundgebung auf dem Sechseläutenplatz. Sicherheitsbedenken dürften ausschlaggebend sein.

Lieber auf der Langstrasse als beim Bellevue: Ein Demonstrant flieht vor dem Gummischrot-Hagel der Polizei. (1. Mai 2011)

Lieber auf der Langstrasse als beim Bellevue: Ein Demonstrant flieht vor dem Gummischrot-Hagel der Polizei. (1. Mai 2011) Bild: Keystone

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«Es ist ein Platz für das Volk»: Das sagt Julia Gerber Rüegg, Präsidentin des Zürcher Gewerkschaftsbundes, über den Sechseläutenplatz beim Bellevue. Darum wollen Gewerkschaften und 1.-Mai-Komitee 2013 genau dort – und nicht mehr am Bürkliplatz – die 1.-Mai-Schlusskundgebung durchführen. Gerber Rüegg hat bei der Stadt ein Gesuch eingereicht. «Die Zünfter können dort ihr Sechseläuten durchführen, dann muss es auch Platz haben für Arbeitnehmerinnen und -nehmer.»

Doch bei Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) stösst sie damit auf taube Ohren. «Er hat das Gesuch abgelehnt», bestätigt Leupis Sprecher Reto Casanova. Aus Sicherheitsgründen und wegen der Bauarbeiten auf dem Platz, die im Januar beginnen. Die Gewerkschaften seien aber frei, für 2014 erneut ein Gesuch einzureichen. Bei Leupis Sicherheitsbedenken dürfte es nicht zuletzt um die Nachdemo gehen, die des Öftern in Krawalle ausartet.

Sechseläuten bevorzugt behandelt

Gerber Rüegg gibt nicht klein bei: «Wir wollen schon 2013 dort feiern.» Deshalb wird sie jetzt ein neues Gesuch beim Gesamtstadtrat einreichen. Von Zwängerei will sie nichts wissen: «Wir suchen nicht die Provokation – wir wollen Präsenz markieren. Ziel ist ein friedlicher, politisch starker 1. Mai.»

Unterstützung erhält sie von der SP. Co-Präsidentin Beatrice Reimann wirft in der Zeitung «P.S.» die Frage auf, wieso die Linke und ihr Fest «im Herzen des links-grün regierten Zürich» nicht toleriert werden. Der Sechseläutenplatz gehöre allen. Und: Linke Fahnen und Transparente seien «nicht anstössiger als Männerbeine in farbigen Strumpfhosen». Reimann kritisiert, dass die Stadt mit zwei Ellen messe. So darf das Sechseläuten zwei Wochen vor dem 1. Mai stattfinden – trotz des Umbaus. Für die Neugestaltung des Sechseläutenplatzes bewilligte das Stimmvolk im September 17,2 Millionen Franken. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 30.11.2012, 10:00 Uhr)

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