1000-seitiger Quartier-Bestseller

Jedes der 34 Quartiere der Stadt wird in einer Publikation statistisch durchleuchtet. Mit den Quartierspiegeln Höngg und Wipkingen kommt die beliebte Serie zu einem Abschluss.

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Höngg und Wipkingen sind sehr anders: In Wipkingen wurde das Bevölkerungsmaximum bereits 1948 erreicht. Anschliessend nahm die Zahl der Anwohner leicht ab und pendelte sich bei rund 15'000 Personen ein. Im Gegensatz dazu zählt Höngg mit einer aktuellen Wohnbevölkerung von über 21'000 Personen zu den wachsenden Quartieren. Die unterschiedliche Entwicklung lässt sich auch am Anteil der seit 1991 neu erstellten Wohngebäude ablesen: In Höngg ist dieser Anteil einer der höchsten der Stadt, in Wipkingen hingegen einer der tiefsten. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch in der Altersstruktur: So liegt beispielsweise der Anteil der 65- jährigen und älteren Personen in Höngg bei rund 22 Prozent, in Wipkingen dagegen bloss bei knapp 14 Prozent.

Diese statistischen Informationen lassen sich aus den eben erschienenen Quartierspiegeln ablesen. Nebst attraktiv aufbereiteten Zahlen zu den Themen Bevölkerung, Gebäude und Wohnen, Freiflächen, Beschäftigung, Religion und Schule enthalten die Publikationen auch Porträts der Quartiere: von der ersten urkundlichen Erwähnung von Wipkingen, als am 22. Mai 881 der deutsche Kaiser Karl III., genannt Karl der Dicke, den königlichen Weiler Wibichinga seinem Getreuen Wolfgrin schenkte, bis hin zur Schliessung der offenen Drogenszene im Letten 1995. Die Höngger Geschichte beginnt bei «Hoinga», umschrieben als «die auf der Höhe wohnenden Leute», und führt bis hin zu ihren Unabhängigkeitsbestrebungen von 1994.

Stadtpräsident Elmar Ledergerber würdigte gestern die Arbeit von Statistik Stadt Zürich und das Sponsoring der Raiffeisen-Bank. «Das Werk ist mit über 1000 Seiten grösser als das Alte und das Neue Testament zusammen – aber doch nicht ganz so wichtig.» Zürich sei nicht nur eine kleine Grossstadt, die mit Metropolen weltweit mithalten könne, sondern auch ein riesiger Mikrokosmos. Ledergerber dankte der Raiffeisen-Bank für ihre grosszügige finanzielle Unterstützung bei der «herkulischen Arbeit» im Lokalen.

Neuauflagen geplant

Die 34 Quartierspiegel sind zwischen Mai 2006 und heute erschienen. Sie sind bei der Bevölkerung so gut angekommen, dass die Stadt die Auflage von 500 auf 1000 verdoppeln musste. Und wie das bei Bestsellern nun mal ist, sind einige bereits schon vergriffen. Die statistischen Kurzporträts aller Quartiere in den Kreisen 1, 2, 6 und 11 sind nur noch auf dem Internet zugänglich. Da alle Bände fortlaufend aktualisiert werden, sind keine Nachdrucke geplant. Die Quartiere, die sich am schnellsten verändern, wie das Industriequartier und Affoltern, werden als erste Neuauflagen erhalten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.09.2008, 20:33 Uhr

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