16'395 Stimmen für Politclown Danowski
Politclown Danowski: Null Stimmen in Thalheim, 5691 in Winterthur. (Bild: Thomas Burla)
Durchzogenes Wahlergebnis
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An mangelnder Medienpräsenz konnte es nicht liegen: Marian Danowski schreckte nicht nur ganz Brütten auf, wo er lange der einzige Bewerber für das Friedensrichteramt war. Der Dauerkandidat gab auch in Zürich viel zu reden. Und er war nicht der einzige politische Aussenseiter. Kunigunde Grätzer-Karner, ehemaliges Fotomodell, wurde gross porträtiert. Hanf-Ueli, der mit bürgerlichem Namen Hans Ulrich Flückiger heisst, sorgte für Schlagzeilen, jüngst mit einer Rauchvergiftung in seinem Wohnwagen. Und selbst Francesco Sessa, früherer Fussballer bei GC und FC Wohlen, durfte Interviews geben.
Genützt hat alles nichts. Die Politunterhalter sind an der Ersatzwahl in den Zürcher Stadtrat vom Wochenende kläglich gescheitert. Die vier Aussenseiter kamen zusammen auf 240 Stimmen, wobei Kunigunde Grätzer-Karner mit 84 Stimmen noch am besten abschnitt. Zum Vergleich: Corine Mauch von der SP wurde mit 46'468 Stimmen als Stadträtin gewählt.
Die totale Niederlage überrascht. Denn trotz medialer Aufmerksamkeit schnitten die Exoten deutlich schlechter ab als bei den Erneuerungswahlen von 2006. Hanf-Ueli allein war damals auf 258 Stimmen gekommen, Danowski immerhin auf 155.
Ein «Achtungserfolg»
Mehr Glück hatte Danowski bei der Wahl zum Zürcher Statthalter. Hier schaffte es der als Politclown und Behördenschreck bekannte Zürcher auf stolze 2005 Stimmen – man könnte von einem Achtungserfolg sprechen. Der neue Statthalter Hartmuth Attenhofer ärgerte sich über Danowskis Ergebnis, der fast zu einem zweiten Wahlgang geführt hatte. «Offenbar fanden viele es cool, Danowski zu wählen», meinte er nach seiner Wahl. Geholfen hat Danowski auch die Tatsache, dass sein Name, versehen mit dem Zusatz «Literaturagent», schon auf den Wahlzetteln vorgedruckt war. Eine Beschäftigung, die nach Kultur klingt, kann nicht schaden.
Das gleiche Rezept hat auch in Winterthur funktioniert. Bei der Wahl zum Bezirksstatthalter bekam Danowski erstaunliche 5691 Stimmen. Zählt man sämtliche Stimmen zusammen, die er bei seinen verschiedenen Kandidaturen im Kanton erhalten hat, so kommt man auf erstaunliche 16'395. So viele Bürgerinnen und Bürger haben Danowski, im Wissen um seine ungewöhnliche Politikerbiografie oder auch nicht, ihre Stimme gegeben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.02.2009, 15:45 Uhr


































