«2018 werden wir Meister»
Von Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 24.01.2012 14 Kommentare
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Die Reform der Challenge League
Ab 2012 wird die Challenge League von 16 auf 10 Plätze verkleinert. Deswegen sind in dieser Saison keine Aufstiege möglich. Der Aufstieg in die Profiliga und selbst in die interregionale zweite Liga wird damit für Amateurvereine noch schwieriger. Zudem müssen sich Clubs aus der zweiten Liga nun nicht mehr nur mit den Erstligisten messen, sondern auch mit den sechs Challengue-League-Absteigern, die sich künftig in der neu geschaffenen 1. Promotionsliga behaupten müssen.
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Ein kleiner Club will den Zürcher Fussball umkrempeln. Dieser steckt im Moment in einer Krise: GC strauchelt, der Vizemeister FCZ ist auf Platz 6 abgestürzt. Die Zürcher Vereine entgehen dem Abstiegskampf vorerst, weil Sion 36 Punkte abgezogen wurden und Xamax die Lizenz verloren hat.
Keine rosigen Aussichten für Zürcher Fussballfans. Wer den beiden Traditionsclubs nicht beim Abstiegskampf zusehen mag, dem will ein kleiner Zweitligist Grund zum Jubeln geben: United Zürich hat die letzte Fussballsaison zwar nur an der Spitze der zweiten regionalen Liga abgeschlossen. Doch das ist insofern bemerkenswert, als dieses Resultat genau dem Zwischenziel des grossen Masterplans der Vereinsleitung entspricht: Schritt für Schritt an die Spitze: «2018 werden wir Meister», sagt die Vereinsleitung.
Der grosse Zehnjahresplan
Was diesen Club von anderen Vereinen unterscheidet, sind nicht primär die grossspurigen Ambitionen. Jeder Quartierverein träumt insgeheim davon, aufzusteigen. Aber die auch als «Lionhearts» bekannten Fussballer von United planen ihren Aufstieg minutiös. 2007 beschliessen Vereinspräsident Orhan Yilmaz, Vizepräsident und Finanzchef Bernhard Fanger und Sportchef Giuseppe Fabio, den Club zu professionalisieren. Dafür stellen sie einen Zehnjahresplan auf.
In den ersten fünf Jahren soll der Club aus der fünften in die zweite regionale Liga aufsteigen. Das haben die Fussballer mittlerweile erreicht. Nun beginnt Phase zwei: Der Aufstieg in die Superleague in den nächsten sechs Jahren.
Kleine Hoffnungsträger
Um den Plan umzusetzen, investieren die Macher des FC United Zürich nicht nur viel Geld, sondern holen auch namhafte Köpfe ins Boot. Die 1. Mannschaft wird von Massimo Rizzo, dem Assistenten des FCZ-Sportchefs, trainiert. Die meisten der Spieler haben Erstliga-Erfahrung. Vor allem aber setzen Fanger und Yilmaz auf den Nachwuchs: «Um unsere Vision zu erreichen, investieren wir in die Förderung von Talenten.» Als technischer Leiter der Junioren fungiert einer der bekanntesten Zürcher Fussballer: GC-Spieler Ricardo Cabanas.
Um für den Nachwuchs möglichst attraktiv zu sein, müssen die Kinder hier zwar eine Jahresgebühr bezahlen, bekommen die Ausrüstung aber geschenkt. So sollen junge Talente auf den Club aufmerksam werden. Die Vereinsleitung wirbt auch aktiv die kleinen Spieler anderer Lokalclubs ab.
Doch die beiden umtriebigen Unternehmer gehen noch weiter: Die Pro Athletix Sportlervermittlung, die ebenfalls Ylmaz und Fanger gehört, baut an der Elfenbeinküste einen Club auf. Auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet bestätigt Fanger, dass dort talentierte Spieler rekrutiert und nach Europa gebracht werden sollen. Falls United Zürich in die Profiliga aufsteigt, sollen die Spieler aus der Elfenbeinküste in den Club integriert werden. «Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Wir schauen uns jetzt mal die Dossiers von drei jungen Spielern an», sagt Fanger.
Abnehmen um mitzuspielen
Auch die Ziele der Junioren in Zürich stehen bereits fest: In den nächsten zwei Jahren sollen die C- bis A-Junioren in die Coca Cola Junior-League aufsteigen, und bis 2018 will United Zürich drei eigene Nachwuchsmannschaften aufbauen. Allem Ehrgeiz zum Trotz: Im Umgang mit den jungen Spielern zeigt sich der Trainer und Fussballscout Daniel Guttmann betont nachsichtig. «In den grossen Clubs zählt nur die aktuelle Leistung. Ist ein Junge verletzt, wird er fallen gelassen. So vergeht den Kindern die Lust am Spiel.» Es sei doch viel wichtiger, dass die Jungs Freude am Fussball hätten, denn: «Man muss ehrlich sein mit den Kids. Es gibt ganz wenige, die den Sprung zum Profifussballer schaffen können.»
Aber eine Wohlfühloase ist das Juniorentraining auch bei United Zürich nicht: Während alle Jungs im Samstagstraining dem Ball hinterher jagen, schaut ein etwa 10-Jähriger dem Treiben von der Bank aus zu. «Wir mussten ihm sagen, dass er abnehmen soll. Dann darf er wieder mitspielen», erklärt einer der Trainer.
Tagesanzeiger.ch/Newsnet beleuchtet in drei Teilen die grossen Pläne und die Mechanismen im Hintergrund des FC United Zürich. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.01.2012, 11:24 Uhr
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14 Kommentare
Der dicke Junge muss auf der Bank sitzen und abnehmen damit er wieder mittrainieren darf... Zumindest für Aussenstehende hört sich das ziemlich bescheuert an. Wäre nicht gerade das Mittrainieren hilfreicher beim Abnehmen als das Rumsitzen? Antworten
United basiert auf leeren Versprechungen und eigenartigen Klub-Strukturen des Führungsduos: Warum hat der Klub keine Mitglieder ausser Fanger und Yilmaz? Woher kommt das Geld?
Bei Ricardo Cabanas handelt es sich um den Senior und nicht den GC-Dauerverletzten Rici Cabanas. Ein wenig genauere Recherchen wären schon wichtig gewesen für diesen Artikel.
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