217 Anzeigen, 1 Million Schaden, keine Verhaftung

Die Schadensbilanz der Binz-Krawalle liegt vor: Bei Plünderungen sind Waren im Wert von 75'000 Franken weggekommen. Der Gesamtschaden liegt bei über 1 Million. Die Razzia auf dem Binz-Areal hat nichts gebracht.

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Bei der Stadtpolizei Zürich sind nach den Binz-Krawallen vom 2./3. März 217 Anzeigen eingegangen (Stand 15. März), teilte die Stadtpolizei Zürich heute Donnerstag mit. Die Anzeigen erfolgten vor allem wegen besprayten Hausfassaden, eingeschlagenen Scheiben sowie in Brand gesetzten Containern und Autos. Bei den Plünderungen von drei Verkaufsgeschäften (Bäckerei Buchmann an der Uetlibergstrasse, Coop am Manessehof und der Coop-Pronto-Laden an der Langstrasse) wurden Waren im Wert von rund 75'000 Franken gestohlen. Der angerichtete Sachschaden beläuft sich laut Polizeiangaben auf 1,035 Millionen Franken.

Rund 2000 Personen hatten sich am Samstag, 2. März, kurz nach 23 Uhr vor dem besetzten Binz-Areal an der Uetlibergstrasse im Kreis 3 zu einem Demonstrationszug formiert. Eine Bewilligung hatten die Organisatoren nicht eingeholt. In den folgenden drei Stunden kam es in den Stadtkreisen 3 und 4 zu Ausschreitungen.

Ermittlungen gegen unbekannt

Ein Teil der Demonstranten verhielt sich gegenüber den Einsatzkräften sehr aggressiv und gewaltbereit, schreibt die Polizei. Eine zivile Polizeipatrouille wurde derart massiv angegriffen, dass die Staatsanwaltschaft Zürich wegen versuchter schwerer Körperverletzung gegen die unbekannte Täterschaft ermittelt.

Die polizeilichen Ermittlungen laufen weiter, heisst es in der Mitteilung. Unter anderem werden öffentlich zugängliche Aufnahmen ausgewertet. Bisher verhaftete die Stadtpolizei keine Tatverdächtigen.

Computer wieder zurück bei Besetzern

Im Zuge der Ermittlungen hatten Stadtpolizisten am drauffolgenden Dienstag das besetzte Binz-Areal durchsucht und rund 40 Personen kontrolliert. Sie stellten diverse Gegenstände wie Computer und Fotokameras sicher. «Weil die weiteren Abklärungen keinen direkten Bezug zwischen den kontrollierten Personen und den Straftaten ergaben, werden die Computer den Eigentümern zurückgegeben», schreibt die Polizei.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.03.2013, 16:05 Uhr

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