Zürich

35 Franken kostet es, einen Parkplatz sauber zu halten

Von Janine Hosp. Aktualisiert am 24.06.2011 4 Kommentare

Die Stadt Zürich will die Parkplätze in den blauen Zonen weiterhin in Handarbeit reinigen lassen. Die Parkgebühren sind im Städtevergleich dennoch tief.

Parkplätze in der blauen Zone bedürfen zusätzlicher Reinigung – manche Passanten schmeissen Müll unter Autos.

Parkplätze in der blauen Zone bedürfen zusätzlicher Reinigung – manche Passanten schmeissen Müll unter Autos.
Bild: David Baer

In Luzern ist die Parkkarte in der blauen Zone am teuersten.

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Bis anhin war es günstig: Für 240 Franken können Zürcherinnen und Zürcher ihr Auto das ganze Jahr über in den blauen Zonen parkieren. Für dieses Geld hält die Stadt den Parkplatz nicht nur instand, sie lässt ihn auch von Hand reinigen. An zentralen Lagen zahlen Autofahrer für private Parkplätze einiges mehr: bis zu 400 Franken – und dies pro Monat.

Am Mittwoch hat das Parlament dem Stadtrat aber die Möglichkeit eingeräumt, die Gebühren für die Parkkarte um bis zu 50 Prozent auf 360 Franken zu erhöhen. «Viel zu hoch», ärgerte sich SVP-Fraktionschef Mauro Tuena. Zwar müssen die Gebühren die Kosten decken, aber nach Ansicht Tuenas müsste die Stadt die Parkplätze nicht so aufwendig säubern. Sie gibt dafür – zusätzlich zur Strassenreinigung – 35 Franken pro Jahr für jeden der 34'000 Parkplätze in den blauen Zonen aus.

So viel kostet es, wenn die Mitarbeiter den Abfall rund um die Autos zusammenwischen und den Reinigungsmaschinen vor die Besen kehren. Auf Laubbläser verzichtet die Stadt; diese wären zu laut und zudem unhygienisch. Zwar gehören Zürichs Parkgebühren nicht zu den höchsten – am meisten verlangt Luzern mit 600 Franken. Aber es gibt auch deutlich günstigere Städte. Der Discounter ist die Stadt Basel. Sie will lediglich 120 Franken für eine Parkkarte. Wie macht sie das? Auch sie lässt die Parkplätze in der blauen Zone zusätzlich reinigen, wie André Frauchiger, Sprecher des Tiefbauamts, sagt. Sie zahlt die Reinigung aber nicht mit den Gebühren, sondern mit Steuergeldern. Zwar will auch Basel die Gebühren erhöhen – leicht, von 120 auf 140 Franken – kostendeckend sind sie damit aber noch lange nicht. «Das war bei uns nie ein Thema», sagt Frauchiger. Schliesslich müssten auch Boulevardcafés nicht zusätzlich für die Reinigung aufkommen.

Zigaretten, Schuhe, Kartons

Laut Leta Filli, Sprecherin von Entsorgung + Recycling Zürich, ist es notwendig, dass die Parkplätze von Hand gereinigt werden. Den Abfall unter den Autos sieht man zwar nicht. Sobald aber eines wegfährt, offenbart sich, was die Leute alles wegwerfen: Da liegen Verpackungen aller Art, Zigarettenstummel und ab und an auch ein Schuh. Manche Leute entsorgen zudem gezielt ihren ganzen Abfall unter Autos. Und wenn die Stadt diesen Unrat nicht prompt entsorgen würde, weiss Leta Filli, sänke die Hemmschwelle rapide, noch mehr Müll wegzuwerfen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.06.2011, 23:45 Uhr

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4 Kommentare

Josef Bloch

24.06.2011, 09:33 Uhr
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Wie kommt man zu einem Vergleich eines öffentlichen PP mit einem Privatem. Die blaue Zone wird auch von Kurzzeitparkern genutzt, diese müssen aber nicht für die Reinigung aufkommen! Auch garantiert die blaue Zone keinen Parkplatz - hat es doch mehr Parkkarten als Parkplätze. Und zu guter Letzt: Die Reinigung dieser Flächen wäre auch nötig, ohne dass eine PP-Markierung vorhanden ist. Unverständlich Antworten


Hans Kaiser

24.06.2011, 08:27 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Bei den Parkplätzen mit Parkuhren gibt es zum Glück keinen Dreck unter dem Auto, wenn es wegfährt.
Und bei den blauen Zonen können ja die Parkfelder dann geputzt werden, wenn die zwanzig Bau-Container und 30 Baumaschinen wieder einen Strassenzug weiterziehen. Das Ganze verlagert sich ja Monat für Monat So sind sie nach einem Jahr auch durch die ganze Stadt ;-(
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