Zürich

6200 Tonnen auf Rollen

Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 07.07.2011 5 Kommentare

Das ehemalige Direktionsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon muss neuen Gleisen weichen. Dazu wird es verschoben – mit riesigem Aufwand.

1/4 Animation Verschiebung MFO-Gebäude
Das ehemalige Direktionsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon muss zwei neuen Gleisen weichen.Die Animation zeigt, wie der Umzug technisch gelöst wird.
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Mit einem symbolischen Anschieben setzten die Verantwortlichen heute Donnerstag den Startschuss für die gröste Hausverschiebung, welche die Schweiz je gesehen hat. Das 122-jährige Backsteingebäude wird im März 2012 um rund 60 Meter nach Westen versetzt. Dort soll es zum Teil auf der Parzelle des Cityport-Bürohauses in Neu-Oerlikon zum stehen kommen.

Die Verschiebung fordert den Ingenieuren einiges ab: Auf zwei Stahlträgern mit dazwischenliegenden Stahlrollen, soll das Gebäude bewegt werden. Als Trägerrost kommen 35 je zwölf Meter lange Betonriegel zum Einsatz. Laut René Schütz, dem verantwortlichen Bauingenieur der Henauer Gugler AG, dauert die reine Verschiebung des 6'200-Tonnen-Gebäudes zwölf bis zwanzig Stunden. Ohne die Vorarbeiten mitzurechnen, die nötig sind.

Umzug kostet Millionen

Die aufwändigen Arbeiten werden vor allem von der künftigen Besitzerin des Hauses, der Swiss Prime Site (SPSN 76.5 0.39%) AG, getragen. Rund 11 Millionen Franken investiert die Immobiliengesellschaft in das Projekt. Auch die Stadt beteiligt sich massgeblich. Knapp eine Million Franken zahlt sie direkt für die Verschiebung, zudem stellt sie rund 840 Quadratmeter Land zur Verfügung, im Wert von rund 500'000 Franken.

Die Beteiligung der Stadt ist Teil einer Vereinbarung mit der ABB, (ABBN 15.61 0.13%) der SBB und der Swiss Prime Site. Der Backsteinbau steht heute auf Grund und Boden der ABB und wird neu auf ein Areal zu stehen kommen, das der Stadt Zürich und der Swiss Prime Site gehört. Die Immobilienfirma hatte ursprünglich kein Interesse an einer Rettung des Gebäudes, weil es nach der Verschiebung vor ihrem neuen Bürohaus Cityport stehen wird. Danach wollte die jetzige Besitzerin, die ABB, das Haus nicht mehr abgeben. Die jetzige Lösung kam im Februar diesen Jahres zustande.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.07.2011, 12:37 Uhr

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5 Kommentare

Ursi Brock

07.07.2011, 13:01 Uhr
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Hut ab vor den Ingenieuren, den Planern und anderen Verantwortlichen und zu guter letzt ein nach wie vor schönes Gebäude, speziell im Vergleich mit dem Rest der Neubauten und Plätze in der Wiesen- Baum- und Sitzplatzlosen Asphaltwüste Neu Oerlikon. Antworten


Daniel Martel

07.07.2011, 23:53 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Bravo. Ein schönes Beispiel, dass Mut, Entscheidungsfreude und Phantasie über lethargisches kurzfristiges Profitdenken siegen können. Toll wäre es, das Industriedenkmal als Symbol der wirtschaftlichen Erneuerung zu nutzen, etwa als Inkubator für Start-Ups im sozialen Bereich oder der Cleantech. Antworten



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