Advents-Minarette provozieren in Zürich

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 18.12.2009 66 Kommentare

In den vergangenen Tagen sind rund ein Dutzend leuchtende Minarette in Zürich installiert worden. Eine der Adventsbeleuchtungen musste unter Drohung wieder abmontiert werden.

1/4 Weihnachtsbeleuchtung mit politischem Hintergrund
An der Erismannstrasse im Kreis 4 erhellt ein leuchtendes Minarett das Schaufenster.
Bild: Simon Eppenberger

Advents-Minarette provozieren in Zürich

   

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In den vergangenen Tagen sind rund ein Dutzend Advents-Minarette in Zürich entstanden. Die Türme mit dem Halbmond auf der Spitze leuchten von Fassaden, Balkonen und Dächern. Bis zu 10 Meter gross sind die Installationen.

«Ich hoffe, es provoziert die Leute, damit sie über Feindbilder und Fremde in der Schweiz reden», sagt Robert Huber, der Initiant aus Zürich. «Die Plakatkampagne zum Minarettverbot erinnerte an den Nationalsozialismus. Dem muss man etwas entgegenhalten», sagt Huber.

Zehn Advents-Minarette hat er bereits gebaut und in Zürich aufgestellt. Andere sind seinem Beispiel gefolgt. Während die Beleuchtung an der Zähringer- und Erismannstrasse noch immer vorhanden ist, fristete ein anderes Leucht-Minarett im Kreis 4 ein kurzes Leben: Nachdem Huber mit einer Hausbewohnerin ein zwei Stockwerke hohes Advents-Minarett installierte, gab es gehässige E-Mails. «Obwohl die Leute nicht genau wussten, worum es geht, hielten sie uns für Extremisten. Schliesslich mussten wir unter Drohungen das Minarett wieder abmontieren.»

Weitere Advents-Minarette im Bau

Ein Kollege von Huber, der ein zehn Meter hohes Minarett installiert hat, möchte mit der Aktion die Diskussion über religiöse Symbole in der Öffentlichkeit schüren. Doch mit Namen zitieren lässt er sich nicht. «Bei einer früheren Aktion wurde ich massiv beschimpft», sagt er gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Von den negativen Reaktionen lässt sich Huber nicht abschrecken: «Der Bau der Advents-Minarette geht weiter. Wir suchen Leute, die mitmachen und sich selber ein solches Leuchtbild bauen – denn ein Minarett ist es im Grunde ja nicht, sondern nur ein Bild davon», sagt Huber. Er plant, eine Bauanleitung im Internet zu veröffentlichen.

Muslimische Absichten habe er nicht. «Ich bin nicht gläubig. Aber sehr überrascht und enttäuscht über das Ergebnis der Minarett-Abstimmung», erklärt Huber. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.12.2009, 11:06 Uhr

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66 Kommentare

Urs Innermeiden

18.12.2009, 12:41 Uhr
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Finde ich eine super Aktion, Respekt! Genau mit solchen Aktionen sieht man, dass die Fremdenfeindlichkeit in der Schwezi doch nicht so weit ausgeprägt ist, wie es gewisse Leute gerne hätten. Zusätzlich möchte ich alle gleichgesinnten einladen morgen, am 19.12, um 16:00 auf den Helvetierplatz zu kommen. Es findet eine Kundgebung und anschliessende Demo gegen den Rassismus, für Solidarität statt. Antworten


Rene Meier

18.12.2009, 12:17 Uhr
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Die SVP wird sich überlegen, dass man die Weihnachtsbeleuchtung normieren könnte und gewisse Elemente verbieten. Das ist SVP-Freiheit. Antworten



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