Ärztliche Tipps für die geplante Sauferei

Für den Zürcher Stadtarzt Albert Wettstein liegt es drin, wenn ein Jugendlicher am Freitagabend am Botellón in Zürich eineinhalb Liter Bier trinkt.

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Wie viel Alkohol darf ein Jugendlicher trinken, damit es nicht schädlich ist? Eine heikle Frage, Fachleute sind bezüglich konkreter Zahlen zurückhaltend. Thomas Meyer, Chefarzt der auf die Alkoholproblematik spezialisierten Forel-Klinik in Ellikon an der Thur, sagt, dass vier Faktoren dafür verantwortlich sind: Alter, bereits gemachte Erfahrungen mit Alkohol (ja oder nein), Geschlecht und individuelle genetische Unterschiede. Eine «schädliche» Menge könne man deshalb nicht einfach angeben. Meyer rät, den Anlass (Botellón) auf der Blatterwiese am See genau zu beobachten, ihn aber nicht zu dramatisieren.

Auch bei der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) gibt man sich punkto Alkoholmenge zurückhaltend. Problematische Grenzwerte für Erwachsene liegen bei 20 Gramm reinem Alkohol pro Tag für Frauen und 40 Gramm pro Tag für Männer. Dies entspreche etwa zwei respektive vier Standardgläsern (ein Glas Wein, eine Stange Bier oder ein Gläschen Schnaps). Bei Jugendlichen liegen die Werte tiefer. «Wir gehen davon aus, dass ein regelmässiger wöchentlicher Alkoholkonsum bei 15-Jährigen problematisch ist», sagt Monique Helfer, Medienverantwortliche der SFA.

Lustiger Abend «nicht schlimm»

Für Stadtarzt Albert Wettstein ist der Botellón vor allem eine soziale Veranstaltung. Da sei es unproblematisch, wenn ein Jugendlicher eineinhalb Liter Bier trinke, mehr liege aber nicht drin. Zu zweit könne man auch eine Flasche Wein, gepanscht mit viel Cola (sogenanntes Cola-Rouge) trinken, «dann hat man einen lustigen Abend, das ist nicht schlimm».

Was man auf keinen Fall trinken soll, ist Bier mit harten Drinks (Wodka) gemischt. Dies sei sehr gefährlich und könne zu Alkoholvergiftungen führen. Mädchen und Frauen seien gefährdeter als Burschen und Männer, da sie weniger Alkohol ertragen.

Die Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer (SP) hat den geplanten Botéllon auf der Blatterwiese erneut scharf kritisiert. Wenn sich Leute an einem speziellen Ort einfänden, um möglichst schnell möglichst viel Alkohol zu trinken, sei dies für sie «im Hirn oben krank», sagte sie in einem Interview mit Radio 1. Die Stadtregierung habe nur auf ein Verbot verzichtet, weil dieses bei den vielen Teilnehmern, die am Botellón erwartet werden, nicht durchsetzbar wäre. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.08.2008, 10:03 Uhr

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