Affoltemer Zuzüger erkunden ihr Quartier

Affoltern setzt alles daran, dass sich die vielen Zuzüger gut ins Quartier integrieren. Am Samstag wurden diese bei einem Begrüssungsanlass willkommen geheissen.

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Affolterns Bevölkerung ist im letzten Jahr um über zehn Prozent angewachsen. Der Zustrom macht sich auch in der Kirche bemerkbar: «Wir hatten in letzter Zeit so viele Kinderwagen in der Kirche wie nie zuvor. Es kommen vor allem viele deutsche Jungfamilien in den Gottesdienst», sagt der evangelisch-reformierte Pfarrer Felix Fankhauser. Durch die Neubausiedlungen CeCe-Areal, Ruggächer, Wolfswinkel und Katzensee sind weit über 2000 neue Bewohner ins Quartier gezogen. Und ein Ende des Baubooms ist nicht abzusehen. Mit den Bauprojekten Manhattan-Park, N-Joy, In Büngerten und Aspholz-Süd werden es bald noch mehr Neuaffoltemer sein.

Grosser sozialer Wandel

Am Samstag hat das Netzwerk Zürich-Affoltern, ein Verbund der lokalen Organisationen, die neuen Quartierbewohner zu einem Begrüssungsanlass eingeladen. Rund 70 frischgebackene Affoltemer begaben sich auf einen Rundgang durch das Quartier und hatten Gelegenheit, Bekanntschaften zu schliessen und die Organisationen des Quartiers kennen zu lernen. Treffpunkt war das mobile Sozial-Labor des Departements Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), das noch bis zum 13. September im Quartier gastiert.

Die beiden Überseecontainer beim Bahnhof Affoltern dienen den Dozenten und Studierenden als Forschungsbasis und bieten der Bevölkerung einen Einblick in die Projekte der Wissenschaftler. «Die vielen neuen Siedlungen bringen einen grossen Wandel in sozialen Belangen mit sich», sagt Eduard Martin, Dozent der ZHAW. «Um mit dem rasanten Wachstum Schritt zu halten, ist es wichtig, dass die lokalen Organisationen vernetzt arbeiten, was in Affoltern glücklicherweise der Fall ist.» Doch auch wenn die Infrastruktur gegeben sei, liege die Quartierentwicklung vor allem auch in der Hand der Quartierbewohner, betont Martin.

Viele neue Hortplätze geschaffen

Das Sozial-Labor steht an der Grenze zwischen den neuen Wohnsiedlungen und dem schon länger bestehenden Quartierzentrum – eine neuralgische Schnittstelle: «Die Schwierigkeit bei Quartieren, die schnell wachsen, ist die Brücke zwischen Alt und Neu zu schlagen», sagt Martin. «Vielfach suchen die Neuzuzüger den Kontakt zum Quartier nicht. Zudem haben viele Alteingesessene Vorurteile gegenüber den neuen Siedlungen, was eine Integration nicht einfach macht.»

Der Grossteil der Bewohner der neuen Siedlungen sind junge Familien. In Affoltern besteht deshalb dringender Handlungsbedarf, was den Ausbau von Hortplätzen betrifft. «Bislang können wir mit dem schnellen Wachstum gut Schritt halten. Es konnten viele neue Hortplätze geschaffen werden», sagt Doris Weber, Präsidentin des Quartiervereins Affoltern. «Wichtig war uns zudem auch eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Auch hier zeigen sich erste Erfolge: Bald fahren die langen Trolleybusse auch in Affoltern und die S16 verkehrt im 15-Minuten-Takt.»

Pfarrer Felix Fankhauser macht sich derweil keine Sorgen, dass die Neuzuzüger im Quartier lange fremd bleiben: «In den Siedlungen ergeben sich Bekanntschaften schnell. Ich glaube, dass sich die Neuzuzüger rasch integrieren werden.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.09.2008, 08:20 Uhr

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