Zürich

Affoltern fordert den Anschluss

Von Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 20.12.2011 46 Kommentare

Die Affoltemer wollen eine Tramlinie, damit die Pendlerströme in das boomende Quartier aufgefangen werden können. Zwei Gemeinderäte stellen die Weichen, damit das Projekt bereits 2012 angegangen wird.

Was sich die Affoltemer wünschen: Eine VBZ-Tramlinie wie diese bis vor die Haustüre.

Was sich die Affoltemer wünschen: Eine VBZ-Tramlinie wie diese bis vor die Haustüre.
Bild: Keystone

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Affoltern wächst und wächst. Die Einwohnerzahl der ehemals selbstständigen Gemeinde ist in den letzten fünf Jahren von 18'600 auf 24'000 angestiegen. Die Infrastruktur konnte nicht ganz so schnell mitwachsen. Insbesondere der öffentliche Verkehr hinke der rasanten Entwicklung hinterher, sagt Pia Meier, Vorstandsmitglied Quartierverein Affoltern und Präsidentin der Quartierentwicklungsgruppe Affoltern.

Deshalb will der Kanton beim Bund für das Agglomerationsprogramm ein Tramprojekt für Affoltern anmelden. Die Realisierung soll frühestens 2018 beginnen. «Doch damit die Gelder des Bundes zugesprochen werden, muss die Planung jetzt beginnen», verlangt Käppeli, der zusammen mit dem grünen Gemeinderat der Stadt Zürich, Thomas Wyss, eine Motion beim Stadtrat eingereicht hat: 2012 soll die Stadt zusammen mit dem ZVV die erste Planungsstufe einläuten und den Verlauf der Tramstrecke bestimmen.

Wo das Tram durchfahren soll

«Die Busse sind während der Stosszeiten masslos überfüllt, und auch in der S-Bahn ist der Platz sehr knapp» – und dies trotz der relativ kurzen Fahrplanintervalle auf der Buslinie 32. «Wir brauchen eine Lösung für die vielen Menschen», verlangt Meier.

«In der Netzstudie ‹2025› der VBZ, die 2005 erschien, wurde der Ausbau des öffentlichen Verkehrs nach Affoltern noch als nicht prioritär bezeichnet», sagt Hans Jörg Käppeli, SP-Gemeinderat und selbst wohnhaft im Kreis 11. Doch inzwischen verbucht das Quartier um die 5000 Neuzuzüger: «Ich befürchte, dass die Planung des öffentlichen Verkehrs nicht schnell genug voranschreitet.»

Das Tram nach Affoltern sei nicht das einzige Projekt der Stadt. Je klarer die Vorstellung über die Linienführung und den Zeitraum der Realisierung einer Tramlinie nach Affoltern, desto sicherer sei der Finanzierungszuschlag des Bundes, glaubt der SP-Gemeinderat.

Geld richtig ausgeben

«Es gibt im Moment verschiedene Möglichkeiten für eine Linienführung: Die Wehntalerstrasse ist die am meisten belastete Strecke.» Aber auch eine Tramlinie durch die Regensbergstrasse und die Binzmühlestrasse sind in Diskussion.

Es gibt auch einen weiteren Grund dafür, die Konkretisierung des Tramprojektes voranzutreiben: «Trotz ausstehendem Entscheid wurden bereits Vorinvestitionen getätigt.» So seien etwa bei der neuen Regensbergbrücke Verstärkungen für den Tramverkehr angebracht worden, und an der Binzmühlestrasse habe man Platz ausgespart, den man für eine Tramlinie nutzen könne. «Ich bin nicht über die Höhe der Kosten dieser Massnahmen informiert. Aber damit das Geld am richtigen Ort ausgegeben wird, ist ein konkreter Linienführungsentscheid dringend nötigt», sagt Käppeli.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.12.2011, 14:17 Uhr

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46 Kommentare

Rolf Benz

20.12.2011, 14:51 Uhr
Melden 34 Empfehlung

Der Artikel irritiert mich. Auf der einen Seite wird eine Neueröffnung einer Tramlinie gefeiert, die durch eine Wüste führt und für die Werbung gemacht werden muss und auf der anderen Seite haben wir effektive Bedürfnisse, die durch den ÖV nicht gedeckt werden können? Wer plant hier? Nach welchen Regeln? Oder geht es hier um Presigeprojekte? Antworten


Marco Christen

20.12.2011, 16:01 Uhr
Melden 26 Empfehlung

Man sollte schnellstens mit der Planung einer U-Bahn beginnen, warum nicht die 1. Linie von Affoltern nach Tiefenbrunnen oder aehnlich. Fuer mich unbegreiflich das man immer noch auf dieses Uraltverkehrsmittel namens Tram setzt, dort wo es sie gibt ok und in der Innenstadt auch aber in die Aussenquartiere? Da geht es doch auch um Geschwindigkeit und da ist das Tram von vorgestern. Antworten



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