Aktien von BP und Transocean abgestossen

Von Benno Gasser. Aktualisiert am 30.07.2010

Der Pensionskasse der Stadt Zürich sind die Aktien des Ölmultis BP und der Zuger Ölplattformbetreiberin Transocean zu riskant. Sie hat sie deshalb vollständig abgestossen.

Der Ölmulti BP und seine Aktien: Davon lässt die Stadt Zürich die Finger. (Bild: Keystone )

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Die Pensionskasse der Stadt Zürich (PKZH) hat schon im Juni sämtliche Aktien von BP (BPAM 5.1 -0.10%) und der Ölplattformbetreiberin Transocean (RIGN 43.14 0.02%) verkauft. Die beiden Firmen stehen als Verursacher der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in der internationalen Kritik.

Finanzvorstand Martin Vollenwyder (FDP) hatte in einem Interview in der Zürcher Lokalzeitung «Züriberg» gesagt, es sei für die städtische Pensionskasse heute «sehr schwierig», die erforderliche Minimalrendite von 5,5 Prozent zu erreichen. Vollenwyder weiter: «Trotzdem hat die PKZH vor sechs Wochen beschlossen, BP- und Transocean-Aktien abzustossen. Die PK sorgt sich also sehr wohl um globale Vorgänge, die lebenszerstörend sind.»

Wert: 20 Millionen Franken

Laut dem stellvertretenden Anlagechef Jürg Tobler hat sich die Kasse Anfang Juni zum Verkauf der Wertpapiere der beiden Unternehmen entschieden. Dabei habe es sich um ein Aktienpaket im Wert von rund 20 Millionen gehandelt. Dies entspricht 0,2 Prozent des PK-Vermögens von 12,5 Milliarden Franken. Aus dem Verkauf resultierte ein Verlust, weil der Aktienkurs tief war.

Warum hat die PKZH nicht zugewartet mit dem Verkauf? «Die Titel sind mit grösseren Risiken verbunden. Aus Rücksicht auf unsere Versicherer konnten und wollten wir diese nicht tragen.» Allerdings spielt laut Tobler auch der Umweltaspekt mit. Denn die städtische Pensionskasse verfolge eine nachhaltige Anlagestrategie.

«Risikoärmere» Strategie

Die Pensionskasse informiert normalerweise nicht darüber, mit welchen Titeln sie handelt. Warum Vollenwyder BP und Transocean namentlich genannt habe, weiss Tobler nicht. Aktuell fährt die Kasse nicht zuletzt wegen der Finanzkrise eine risikoärmere Strategie. Der Aktienanteil wurde in den vergangenen sechs Monaten von 32,6 Prozent auf 29 Prozent heruntergefahren.

An dieser Strategie will die PKZH festhalten. «Wir investieren passiv in die Breite und richten uns nach den Aktienindizes aus.» Die Performance in diesem Jahr lässt mit minus 1,5 Prozent allerdings noch ein wenig zu wünschen übrig. Langfristig gesehen ist die durchschnittliche Jahresperformance allerdings beachtlich. Zwischen 1993 und 2009 betrug sie 6,1 Prozent. Die PKZH betreut rund 28 000 aktiv Versicherte und 15 000 Pensionsberechtigte. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.07.2010, 14:55 Uhr

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