Am Knabenschiessen fehlt eine Achterbahn

Zum ersten Mal seit den 70er-Jahren steht an der Knabenschiessen-Chilbi auf dem Albisgütli keine Achterbahn. Eingefleischte Chilbi-Anhänger sind enttäuscht.

«Crazy Mouse» in Fahrt.

«Crazy Mouse» in Fahrt.

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Er habe dem Knabenschiessen-Publikum nach acht Jahren einmal bewusst etwas anderes bieten wollen, sagt Platzmeister Clemens Ruckstuhl, und so habe er sich gegen die Achterbahn «Crazy Mouse», aber für eine Wildwasserbahn aus Holland entschieden. Pech ist, dass die holländische Bahn nicht nach Zürich kommen kann, weil ihr das Sicherheitszertifikat fehlt. «Ich hatte alle erforderlichen Papiere zusammen, nur das TÜV-Zertifikat konnten die Holländer für ihre Bahn nicht erbringen.» Das Papier fehlt, weil ein technischer Defekt nicht in nützlicher Frist behoben werden konnte. Pech ist auch, dass die grösste Achterbahn der Schweiz – die «Crazy Mouse» – nach Ruckstuhls Absage bereits im österreichischen Klagenfurt zugesagt hat. Nicht nur das eingefleischte Chilbi-Publikum ist enttäuscht, auch Ruckstuhl ist es. Vor allem auch deshalb, weil jedes Jahr ein grosser und harter Kampf um die Plätze auf dem Albisgütli stattfinde. Er habe sogar einen Achterbahn-Ersatz gefunden, doch konnte in so kurzer Zeit kein Personal dafür aufgetrieben werden. «Es ist aber sicher im Sinne des Chilbi-Publikums, dass wir Bahnen, die keinen Sicherheitsnachweis erbringen können, am Knabenschiessen nicht zulassen», gibt Ruckstuhl zu bedenken.

In Schaustellerkreisen geht die Vermutung um, dass das Geschäft geplatzt ist, weil das Platzgeld ziemlich hoch ist – immerhin hätten die Holländer 21 000 Franken hinblättern müssen. Das bezeichnet Platzmeister Ruckstuhl als «Unsinn». Auch René Hegner, Sekretär der Schützengesellschaft der Stadt Zürich, sieht im geforderten Platzgeld nicht den Grund für die Absage. Er kann den Unmut der Chilbi-Fans nicht ganz nachvollziehen: «Wir haben doch eine so schöne, farbige und prächtige Chilbi mit so vielen Schaustellern und Marktfahrern, da finde ich es persönlich nicht weltbewegend, wenn für einmal keine Achterbahn auf dem Albisgütli für sturme Köpfe sorgt.»

Sowohl Clemens Ruckstuhl als auch René Hegner weisen auf den «nicht minder attraktiven ‹Star Flyer›» hin. Er ist der grösste transportable Kettenflieger der Welt. 2005 von der österreichischen Firma Funtime gebaut, zieht er seine 24 Fahrgäste in eine schwindelerregende Flughöhe von 43 Metern und dreht dort oben seine Runden. Angenehm und gleichzeitig rasant sei die Fahrt in diesem verrückten Karussell.

Wildwasserbahnen waren schon zweimal auf dem Chilbi-Platz anzutreffen. Beide Male kam es zu Zwischenfällen. Einmal wurde das ganze Wasser auf den Platz gespült, und dieser musste neu gekiest werden. Das andere Mal liess das Personal der Wildwasserbahn das Wasser anstatt in den Abwassergully hektoliterweise in den nahe gelegenen Polizeiposten fliessen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.09.2008, 09:34 Uhr

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