Amerikanischer «Tier-Terrorist» kommt nach Zürich
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 28.06.2010
Young bei seiner Festnahme im Jahr 2005.
Heute tourt Young redend um die Welt. (Bild: Wikimedia)
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Prominenter Besuch für die Tierrechtsgruppe Zürich: Der amerikanische Tierrechtsaktivist Peter Young kommt nach Zürich und hält im «Infoladen Kasama» im Kreis 4 einen Vortrag. Der 33-Jährige gilt unter militanten Tierrechtlern als eine Art Robin Hood für die Sache der Vierbeiner. Erbitterte Feinde hat Young dagegen unter den Betreibern von Pelzfarmen, die ihn als «Tier-Terroristen» bezeichnen.
Als 20-jähriger Student hatte sich Young von Washington Richtung Florida aufgemacht, um auf dem Weg möglichst viele Tiere freizulassen. Innerhalb von zwei Wochen waren Young und ein Kumpan in sechs Farmen eingebrochen. Dabei konnten rund 8000 Nerze entweichen, zwei Betriebe wurden in den Ruin getrieben. Dann kam die Polizei dem Duo auf die Spur, beiden gelang jedoch die Flucht.
«Arbeit im Untergrund»
Nachdem Young von einem Bundesgericht in Abwesenheit wegen «Animal Enterprise Terrorism» verurteilt wurde, wurde er vom FBI sieben Jahre lang gesucht. Erst 2005 schnappten in Kalifornien die Handschellen zu, als Young beim Stehlen von CD's aus einer Starbucks-Filiale erwischt wurde. Vor Gericht zeigte Young keinerlei Reue: «Es war mir eine Freude, in eure Farmen einzubrechen», sagte er an die Adresse der Geschädigten. Er bereue einzig, dass er nicht mehr Tiere befreit habe.
Seit Young nach zwei Jahren hinter Gittern wieder freigelassen wurde, tourt er redend um die Welt und stiftet dazu an, möglichst viele Tiere zu befreien. «Young bietet das Wie und Warum für die Arbeit im Untergrund», schreibt die Tierrechtsgruppe Zürich auf ihrer Website. Weiter rede der «Anhänger von all denen, die sich ausserhalb des Gesetzes für die Befreiung der Tiere einsetzen» über den «Umgang mit staatlicher Verfolgung» und die «Besiegen der Angst».
Veganer sind gegen Kapitalismus
Dass Young der Gewalt nicht abgeschworen hat, glaubt das FBI. Im März 2010 durchsuchte die Polizei sein Haus in Salt Lake City nach Beweisen für Youngs Beteiligung an einer Aktion gegen die Universität Iowa. Dabei wurden nicht nur Labortiere befreit, sondern auch Büros verwüstet und gefährliche Chemikalien versprüht.
Falls gegen Young kein Strafbefehl vorläge, könne er jederzeit in die Schweiz einreisen, erklärt Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei Zürich. Die Tierrechtsgruppe Zürich sei der Polizei jedoch bekannt. Diese versteht sich als Kollektiv, das für die Befreiung von Tieren und den Veganismus kämpft. Die Veganer wollen jegliche Form der Tiernutzung verbieten. Ihren Zielen zum Durchbruch verhelfen wollen sie nicht nur mit Demos und «politischem Kochen», sondern auch mit «anderen Aktionen». Ob damit auch gewaltsame Befreiungen gemeint sind, beantworteten die Aktivisten auf eine Mail-Anfrage von Tagesanzeiger.ch bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.06.2010, 14:47 Uhr



